DER SCHRECKEN AUS DER MEERESTIEFE
(DESTINATION INNER EARTH, USA, 1966, Regie: Francis D. Lyons)
Die Crew einer Unterwasserforschungsstation wird im Meer mit einem fremdartigen U-Boot (besser: Unterwasser-UFO) konfrontiert. Als sie dem Vehikel auf den Grund gehen wollen, stoßen sie auf ein schuppiges Wesen, was nicht von dieser Welt zu sein scheint. Ein Kampf um Leben und Tod entfacht.
So spannend wie sich meine Inhaltsangabe auch lesen mag, ist Francis D. Lyons Unterwasser-Monsterfilm, DER SCHRECKEN AUS DER MEERESTIEFE, leider nicht. Es dauert sehr lange, bis man das schuppige Amphibienwesen aus dem All zu Gesicht bekommt, während man vorher mit zahlreichen Unterwasseraufnahmen und den Miniaturmodellen der Forschungsstation und dem extraterrestrischen U-Boot bedient wird. Die Unterwasseraufnahmen von Brick Marquard sind sehr schön, und auch die Modelle können sich sehen lassen. Gleiches gilt für die farbenfrohen Kulissen der Station, denen man das schmale Budget deutlich ansieht. Der futuristische Anstrich erinnert ein wenig an RAUMSCHIFF ENTERPRISE, was im gleichen Jahr zum ersten Mal über den Bildschirm flimmern durfte. Alles ist simpel, aber hat durchaus seinen Charme. Weniger charmante sind hingegen die Darsteller, aber die sind überlicherweise im Monsterkino ohnehin zweitrangig. Und so hinterlassen Scott Brady, Sheree North, Gery Merrill und der Rest keinen bleibenden Eindruck. So richtig Eindruck erweckt hier eigentlich ohnehin nur das Alien, und das könnte ein Verwandter der Kreaturen aus Filmen wie DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS (1954), INSEL DER NEUEN MONSTER (1979) oder DAS GRAUEN AUS DER TIEFE (1980) sein. Das blaugrüne Schuppenkostüm mit dem Feuerroten Schwimmhäute und Flossen macht was her, ist aber leider zu selten zu sehen. Stattdessen hält sich die Inszenierung mit ellenlangen Gesprächen oder Unterwassererkundungen auf, die jeden Ansatz von Spannung, die hier hätte erzeugt werden können, ausbremsen. Dass das Ganze sehr handzahm ist, muss sicherlich nicht groß erwähnt werden und dürfte alleine schon deshalb 1966 die wenigsten Hunde unter dem Ofen hervorgelockt haben. Wie sehr sich das Thema Horror schlagartig ändern würde, haben Roman Polanski und George Romero kurz darauf eindrücklich gezeigt. Aber DER SCHRECKEN AUS DER MEERESTIEFE steht natürlich nicht zum Vergleich an. Vielmehr ist er ein Vertreter des Unterwasser-Horrors, der Ende der 90er-Jahre mit LEVIATHAN (1989) und DEEP STAR SIX (1989) erneuert wurde, wobei da ABYSS (1989) die größere Rolle gespielt haben dürfte.
DER SCHRECKEN AUS DER MEERESTIEFE ist leider ein sehr langweiliger Vertreter des Monsterkinos, der aber visuell durchaus seine Reize hat. Charmant, aber öde.
(Bjoern Candidus)