DER GROSSE KAMPF DES SYNDIKATS
(I CONTRABBANDIERI DI SANTA LUCIA, Italien, 1979, Regie: Alfonso Brescia)
Alfonso Brescia, der ein Jahr später mit dem unvergesslichen Scifi-Sex-Schlodder DIE BESTIE AUS DEM WELTRAUM (1980) um die Ecke bog, hat hier einen sehr unterhaltsamen Mafia-Polizeifilm serviert, dem es kaum an etwas mangelt. Gianni Garko soll als Ermittler Ivano Rodovich Informationen von der Zigarettenmafia über Heroin-Lieferungen im Hafen von Neapel bekommen. Im Gegenzug sollen die illegalen Zigarettenhändler eine zeitlang nicht mehr belangt werden.
Der Film schneidet durchaus kritische Töne an und zeigt die Armut auf Neapels Straßen, die vor allem durch den Schmuggel von Zigaretten überlebt wird. Der Film startet recht untypisch für das italienische Kino, denn die ersten Bilder zeigen Stock-Footage-Material vom Iran, später von der Türkei und den USA. Durch ihre Körnigkeit ist das Material stets zu unterscheiden. Das verleiht dem Film auf jeden Fall eine gute internationale Ebene. Es gibt kurze Einblicke in die Schlafmohnernte zur Herstellung von Heroin und über die Vertriebswege. Hauptsächlich hält man sich hier aber in Neapel auf.
Action, Drama, schmierige Typen und ein sehr brauchbaren Score von Eduardo Alfieri sind überzeugende Zutaten des Films. Mit Gianni Garko, Jeff Blynn, Franco Diogene und Edmund Purdom ist auch an der Wahl der Darsteller nichts auszusetzen.
Somit würde ich DER GROSSE KAMPF DES SYNDIKATS all jenen Empfehlen, die etwas für italienische Mafia- und Polizeifilme übrig haben. Insgesamt ein bisschen holprig, stets schmierig, aber immer charmant und unterhaltsam.
(Bjoern Candidus)