GAMERA – FRANKENSTEINS MONSTER AUS DEM EIS
(DAIKAIJŪ GAMERA, Japan, 1965, Regie: Noriaki Yuasa)
Gamera schlummert seit Jahrmillionen unter der dicken Eisschicht der Arktis. Bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Atommächten kommt es zu einer Explosion, die das Eis spaltet und die uralte Riesenschildkröte aufweckt. Der Krieg gegen Gamera ist eröffnet.
Nicht nur die Tōhō-Studios (GODZILLA, 1954) kümmerten sich um das Kaijū-Kino, sondern auch das Daiei-Filmstudio, das 1965 mit dem Schildkrötenmonster Gamera für Aufsehen sorgte.
Nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch orientiert man sich offensichtlich an Ishirô Hondas original GODZILLA. GAMERA wurde ebenfalls in Schwarzweiß gedreht, was ihn aber nicht zwingend düster macht. Die Ernsthaftigkeit von GODZILLA fehlt etwas, stattdessen geht es hier aufgelockerter zu. Aber was erwartet man, wenn eine riesige, feuerspuckende, fliegende oder auf zwei Beinen laufende Schildkröte aus dem ewigen Eis erwacht? Da bleibt man nicht unbedingt ernst, aber man lacht das Monster auch nicht aus. Diese Filme sind mit viel Liebe und Ideen geschaffen, die alles andere als lächerlich sind. Ich erfreue mich an Modellhäuser, Modellautos und Züge und an Männern in Gummimonsterkostümen. Handwerklich sieht das alles gut aus, obwohl man sagen muss, dass der 11 Jahre ältere GODZILLA tricktechnisch besser aussah. Mit unter 80 Minuten Spielzeit ist der Film zwar sehr kurz geraten, füllt auch die Zeit gut aus, aber bringt auch etwas Eintönigkeit mit sich, da sehr häufig das Gleiche passiert.
Noriaki Yuasa hat mit GAMERA ein liebevolles Pendant zu GODZILLA geschaffen, was zwar etwas spannungsarm ist, aber dafür schöne Monstermomente bietet.
(Bjoern Candidus)