DIE GRUFT*
(UNA NOTTE AL CIMITERO, Italien, 1987, Regie: Lamberto Bava)
DIE GRUFT ist ein Beitrag der TV-Film-Reihe „Brivido Gialllo“ bei der Lamberto Bava bei vier Produktionen Regie führte. Für die Drehbücher zeichnete sich Lamberto Bava und Dardano Sacchetti verantwortlich, die sich recht facettenreich zeigen.
In DIE GRUF flüchten ein paar Jugendliche in den Wald, weil sie zuvor ein paar Würste in einem Lebensmittelladen gestohlen haben. Sie gelangen in ein altes Wirtshaus, in dem ihnen der Wirt von einem Schatz erzählt. Dieser Schatz steht dem zu, der es schafft, eine Nacht in der Gruft unter dem anschließenden Friedhof zu verbringen. Abenteuerlustig, wie die Jugendlichen sind, lassen sie sich darauf ein und begeben sich in die finsteren Räume der Gruft.
Schnell wird hier klar, dass DIE GRUF auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten und insgesamt recht fernsehentauglich gestaltet wurde. Visuell soll das allerdings nichts heißen, denn trotz der günstigen Kulissen, die ein wenig an Geisterbahnen erinnern, sorgen die immerhin für eine schöne Grusel-Atmosphäre. Im späteren Verlauf wird man mit ein paar Horror-Gestalten konfrontiert, denen man teilweise recht kreative Masken verpasst hat. Handwerklich ist hier sicherlich nichts perfekt, aber man erkennt durchaus den Willen, dem Zuschauer etwas Interessantes zu präsentieren. Die Ausstattung, das Licht und die Masken sind definitiv liebevoll. Dafür spart Bava mit Gewalt und Blut und inszeniert seinen Film regelrecht handzahm.
Das größere Problem in DIE GRUFT ist die Besetzung. Die Jugendlichen sind ziemlich naiv und tölpelhaft unterwegs, und gerade die Damen nerven etwas. Mit Karl Zinny, der schon in DÄMONEN (1985) einen Auftritt hatte, hat man hier noch am meisten Glück. Nichtsdestotrotz sind die Damen und Herren, die hier auftauchen, sympathischer als viele ihrer US-Kollegen.
Von großer Spannung ist man weit entfernt, bis man ein paar Zombies oder bizarre Monster erblicken darf, läuft man ewig durch Gänge und muss blödes Gerede ertragen, dennoch konnte mich DIE GRUFT durch seine fast kindliche Art unterhalten.
(Bjoern Candidus)
*Podcast-Besprechung bei „Antenne Traumstadt“