SNAKE HOUSE
(BLOODY PSYCHO – LO SPECCHIO, Italien, 1989, Regie: Leandro Lucchetti)
Dr. Werner Vogler, ein Wunderheiler, wird in das Schloss von Mrs. Rezzori gerufen. Mrs. Rezzori ist von der Hüfte abwärts gelähmt und soll durch Voglers heilende Hände wieder voll funktionstüchtig werden, vor allem zwischen den Beinen. Doch schon in der ersten Nacht hat Vogler schreckliche Träume, die eine Vorahnung von dem Sinn, was ihn erwartet.
Eins muss man Leandro Lucchetti lassen: SNAKE HOUSE besticht durch eine dichte, von Unwetter durchzogene Gothic-Horror-Atmosphäre in einem alten Schloss in der Abgeschiedenheit Italiens. Schon während der Titel-Credits, wenn Hauptdarsteller Peter Hintz als Wunderheiler Dr. Werner Vogler durch die alten Gassen des Bergdorfes stolziert, macht sich eine unheimliche Stimmung breit, die allerdings nach kurzer Zeit zerstört wird. Wenn Peter Hintz als Wunderheiler, der aussieht wie ein 15-jähriger, dem man einen Schnurrbart angeklebt hat, sein Schauspiel zum Besten gibt, wird es peinlich. Ich habe lange keinen Hauptdarsteller derart schlecht spielen sehen. Immerhin läuft er die Hälfte der Spielzeit nur von A nach B. Niemand glänzt hier, auch nicht Jess Franco-Star Paul Muller in einer Gastrolle und schon gar nicht Vassili Karis als Betrunkener, aber Peter Hintz schlägt dem Fass den Boden raus. Aus der Story, die sich in durchaus interessante Gefilde bewegt, hätte man was machen können, stattdessen liefert Lucchetti einen wirren Zusammenschnitt von Szenen, die teilweise Jahre später in Fulcis NIGHTAMRE CONCERT (1990) erneut Verwendung finden sollten, natürlich nur die Gore-Szenen, die kaum der Rede wert sind. Der Rede wert ist allerdings der Score von Lanfranco Perini, denn der klingt nicht nur billig, sondern hat mich einfach nur genervt. Immerhin ist er abwechslungsreich.
Ansonsten gibt es minutenlanges Handauflegen, ein paar sexuelle Spielereien und viele alberne Momente, die SNAKE HOUSE zu einer fürchterlichen Angelegenheit machen, die lediglich mit netten Sets und einer soliden Gothic-Horror-Atmosphäre aufwarten kann. Von den italienischen TV-Horrorfilmen, die Mitte bis Ende der 80er-Jahre produziert wurden, ist dieser hier einer der übelsten.
(Bjoern Candidus)