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Underworld, 1985 – ★★

UNDERWORLD
(GB, 1985, Regie: George Pavlou)

Der Gangsterboss Motherskille beauftragt den zwielichtigen Roy Bain die entführte Prostituierte Nicole aufzuspüren und aus den Händen ihrer Entführer zu befreien. Seine Ermittlungen führen ihn schließlich zu einem Doktor, der an einer Droge forscht, die ihre Konsumenten in Mutanten verwandelt, die in ihrer Abhängigkeit in der Kanalisation leben. In Nicole sehen sie ihre einzige Rettung.

Ein Jahr bevor George Pavlou mit RAWHEAD REX (1986) um die Ecke kam, ist dieser sonderbare Horrorfilm entstanden, der ebenfalls aus der Feder von Clive Barker entsprungen ist. Barker schrieb die Story und das Drehbuch für seinen Freund George Pavlou, dem eine Mischung aus Filmen wie CHINA TOWN (1974) und INFERNO (1980) vorschwebten, was reichlich witzig klingt, wenn man sich das Ergebnis anguckt. Und dass Barker das Ergebnis hasst, sagt auch schon einiges. Dabei ist die Prämisse von UNDERWORLD gar nicht schlecht, und der kalte Look mit viel Blaulicht bringt durchaus eine ansprechende Atmosphäre mit. Die Junkie-Mutanten, die in der Kanalisation leben, können bereits als Vorahnung auf NIGHTBREED (1990) gesehen werden, natürlich mit sehr deutlichen Abstrichen in der Darstellung. UNDERWORLD kann sein schmales Budget an keiner Stelle verbergen, dennoch hat man sich durchaus Mühe gegeben. Die Mutanten zeigen sich mit spitzen Zähnen, Wülsten, Knoten oder Pocken, die ihre Gesichter entstellen, was man natürlich schon tausendfach besser (und schlechter) gesehen hat. Auch die Ausstattung ist annehmbar, die auf jeden Fall den Willen Pavlous zeigt, dass er einen anständigen Film drehen wollte. Doch unter dem Strich wird hier viel zu viel geredet oder sich ständig von A nach B bewegt, ohne wirklich voran zu kommen. Alles dreht sich im Kreis, und zwischendurch gibt es ein paar langweilige Action-Szenen zwischen Häuserblocks oder in der Kanalisation, die sehr hölzern inszeniert wurden. 

Aber es sind vor allem die Darsteller, die UNDERWORLD schaden. Hauptdarsteller Larry Lamb wirkt als Roy Bain wie ein unterkühlter, stocksteifer Bruder von Craig Wasson, der ja ebenfalls selten Regungen zeigt. Denholm Elliott ist als Dr. Savary ebenfalls für nicht viel zu gebrauchen, wie eigentlich die Meisten hier. Ingrid Pitt ist immerhin noch ein kleiner, wenn auch kurzer Lichtblick. Mit einer ansprechenderen Besetzung hätte Pavlou hier sogar noch was herausholen können, um andere Schwächen zu kaschieren. Dafür bleibt noch ein cooler Score der Band Freur, die sich nach UNDERWORLD in Underworld umbenannte und Karriere machte. 

UNDERWORLD ist ein kruder Mix aus sämtlichen Zutaten, die zu unausgegoren sind, um vernünftig miteinander zu harmonieren. Für Barker-Fans ist der Film durchaus interessant, da man einige Ansätze erkennen kann, die im späteren Verlauf seines Schaffens wieder aufgegriffen werden. 

(Bjoern Candidus)

←The Man Who Changed His Mind, 1936 – ★★★★
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