WHITE ZOMBIE
(USA, 1932, Regie: Victor Halperin)
Madeleine und Neil bekommen von ihrem Freund Beaumont das Angebot, in seinem Herrenhaus auf Haiti zu heiraten. Doch Beaumont hat in Wirklichkeit die Absicht, Neil Madeleine auszuspannen. Dafür benötigt er die Hilfe des mysteriösen Legendre, der Madeleine in einen willenlosen Zombie verwandelt.
Victor Halperin hat mit WHITE ZOMBIE den Grundstein des Zombiefilms gelegt, der sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Doch die Zombies, die hier aufmarschieren, sind andere als die, denen man seit DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN (1968) in Scharen begegnet und stets nach Menschenfleisch gieren. Die Zombies in WHITE ZOMBIE sind jene, die unter einem Bann stehen und die Funktion von Sklaven annehmen, die für den Zuckermühlenbesitzer Legendre arbeiten, und zwar rund um die Uhr, was gleich doppelt aufstößt. Mittels Gift und Hypnose kann Legendre sie komplett unter Kontrolle bringen, was Lugosi offensichtlich große Freude bereitet, denn der liefert mal wieder eine glänzende Performance, diesmal mit einem auffälligen Bartwuchs. Besonders präsent sind seine hypnotischen Blicke, die sich durch den Film ziehen. Halperin gelingt die Vermischung von Abenteuer-, Horror- und Liebesfilm-Elementen, in der die schöne Madeline (Madge Bellamy) gleich von drei Männern umworben wird.
Halperin und sein Team haben hier finstere, alptraumhafte Haiti
-Kulissen errichtet, in denen die Protagonisten Madeleine und Neil fast verschluckt werden. Besonders unangenehm ist die Zuckermühle inszeniert, in denen die Zombies rund um die Uhr arbeiten müssen. Visuell hat WHITE ZOMBIE einiges zu zeigen. Man nutzt Bild-Kollagen, verwendet das Split-Screen-Verfahren und bedient sich Point-of-View-Shots, die den düsteren Ton des Films unterstreichen.
WHITE ZOMBIE ist ein ausdrucksstarker, atmosphärisch dichter Horrorfilm voller Schauerromantik.
(Bjoern Candidus)