DIE BESUCHER
(COMMUNION, USA, 1989, Regie: Philippe Mora)
Die dreiköpfige Familie Strieber und ein befreundetes Ehepaar wollen ein Wochenende in einem Blockhaus im Wald verbringen. Doch in der ersten Nacht kommt es zu einem sonderbaren Erlebnis, bei dem ein grelles Licht auf das Haus niederfällt und Whitley Strieber sonderbare Wesen sieht, die ihn fortan immer wieder aufsuchen werden.
DIE BESUCHER ist die dritte und bisher letzte Adaption eines Romans von Whitley Strieber („The Wolfen“, 1978), der in den späten 70er- bis 80er-Jahren recht erfolgreich als Autor gearbeitet hat. Mit „Communion“ hat er 1987 einen Roman veröffentlich, der von ihm selbst und seiner angeblichen Entführung von Außerirdischen handelt. Wenn jemand so etwas behauptet, gehen natürlich die Alarmanlagen an und die Portmonees auf, und so wurde „Communion“ ein Bestseller, dessen Verfilmung nicht lange auf sich warten ließ. Produziert wurde DIE BESUCHER u.a. von Strieber selbst, dessen Person im Film von Christopher Walken verkörpert wird. Als Regisseur fungierte Philippe Mora, der einen durchaus sehenswerten Film abgeliefert hat.
DIE BESUCHER verzichtet auf Gewalt, Action und reduziert den üblichen Hollywood-Effektspektakel und schlägt stattdessen ruhige, aber durchaus bizarre Töne an. Von Beginn an ist die Atmosphäre angespannt, und statt einer handfesten Bedrohung ist es vor allem das Schauspiel von Christopher Walken, der als Whitley Strieber für Verwirrungen sorgt. Walken ist eben Walken, und das geht hier wieder total auf. Wenn er mit den extraterrestrischen Besuchern konfrontiert wird, die sich in unterschiedlichen Formen zeigen, hat man das Gefühl, er geht geradezu auf mit diesen Kontakten. Faszination statt Angst liegt in den Begegnungen, die von Mora durchaus bizarr inszeniert wurden. Man wird mit den obligatorischen Grey-Aliens konfrontiert, aber auch mit insektoiden oder anderen sonderbaren Darstellungen, die möglicherweise nur Strieber so gesehen hat, weil die Aliens es so wollten. Auch die angeblichen medizinischen Untersuchungen und Eingriffe werden mehr angedeutet, und mehr als Strieber sieht man als Zuschauer auch nicht. Strieber kann sich an die Erlebnisse nur wage erinnern, aber hält z.B. kleine Wunden am Hinterkopf zurück. Doch nicht nur Strieber, sondern auch sein Sohn Andrew wird Zeuge der Außerirdischen und bestätigt die Aussagen seiner Vaters.
Als Schauplatz der Kontaktaufnahmen dient ein Wochenendhaus im Wald. Es ist Weihnachten und es liegt Schnee, was dem Film optisch ganz gut tut, denn neben den Alien-Szenen bietet DIE BESUCHER nicht viele Schauwerte, sondern konzentriert sich vor allem auf Dialoge. Trotz der unheimlichen Erlebnisse, die Striebers Leben bestimmen, bleibt eine Bedrohung aus, was den Film sehr entspannend macht. Zu entspannend ist der schwülstigen Score von Eric Clapton.
DIE BESUCHER ist ein außergewöhnlicher Alien-Science-Fiction-Film, der trotz des stark zweifelhaften Hintergrunds spannende Unterhaltung bietet.
(Bjoern Candidus)