DER WEISSE HUND VON BEVERLY HILLS
(WHITE DOG, USA, 1982, Regie: Samuel Fuller)
Die junge Schauspielerin Julie fährt versehentlich einen weißen Schäferhund an. Sie bringt den Hund zum Tierarzt, bezahlt die Rechnung für die Untersuchung und nimmt ihn mit zu sich. Doch Julie ahnt nicht, was in dem Hund vorgeht, der von seinem vorherigen Besitzer abgerichtet wurde, um eine spezielle Personengruppe anzugreifen und zu töten.
Samuel Fuller hat mit DER WEISSE HUND VON BEVERLY HILLS ein außergewöhnliches Antirassismus-Drama geschaffen, was auf einer Story des französischen Autors Romain Gary basiert.
Fuller geht sehr geschickt vor und lässt den Hund am Anfang in das Herz des Zuschauers. Der arme Hund wird schließlich von Julie Sawyer angefahren, die ihn mit zu sich nach Hause nimmt, da er sonst in einem Tierheim getötet werden würde, wenn sich der Besitzer nicht meldet. Schnell kommt der Hund als Retter zum Einsatz, wenn Julie von einem weißen Mann in ihrem Haus überfallen wird. Der vierbeinige Darsteller geht also erst mal als Held durch. Doch es dauert nicht lange, bis man die Schattenseite des Hundes erlebt.
Die Idee, einen Hund zu einem rassistischen Hund abzurichten, der jeden dunkelhäutigen Menschen sofort anfällt und zerfleischt, wenn er ihn erblickt, ist extrem widerlich und leider keine Fiktion. Dass Julie den Hund trotzdem retten will, in dem sie die Hoffnung auf eine Umerziehung legt, zeigt die tiefe Verbundenheit, die wir in der Regel zu Tieren aufbauen können. Und diesen schneeweißen Schäferhund in sein Herz zu schließen, ist keine Kunst. Und so hält Julie (sehr sympathisch dargestellt von Kristy McNichol) weiter zu dem Hund und findet schließlich jemanden, der sich der Umerziehung annehmen will, und zwar ein dunkelhäutiger Mann namens Keys. Keys wird von Paul Winfield verkörpert, der sehr überzeugend spielt. Zwischen ihm und dem Hund kommt es zu spannenden Szenen, in denen sehr viel über Blickkontakte läuft. Überhaupt kommt DER WEISSE HUND VON BEVERLY HILLS ohne große Worte aus, denn die Bilder erzählen genug, ohne das Rassismus-Thema zu zerreden. Fuller liefert ein paar harte Momente, wenn der Hund Menschen anfällt und schließlich tötet, zum Beispiel auch in einer Kirche, die ein Mann zur Zuflucht nutzt. In der zweiten Hälfte konzentriert sich das Geschehen dann in erster Linie auf die Hundeschule, in der der weiße Hund hinter Gittern lebt, um von Keyes gebrochen zu werden. Musikalisch wird das ganze von Ennio Morricone begleitet.
DER WEISSE HUND VON BEVERLY HILLS ist ein spannender und faszinierender Film zu einem zeitlosen Thema.
(Bjoern Candidus)