RUNNING SCARED
(USA, 2006, Regie: Wayne Kramer)
Joey und seine kriminellen Freunde haben ein Problem, denn bei ihrem letzten Deal haben sie zwei korrupte Polizisten erschossen. Joey soll die Pistole verstecken, was er auch tut, und zwar in seinem Keller. Dabei wird er von seinem Sohn und dessen Freund Oleg beobachtet. Kurze Zeit später entwendet Oleg die Pistole, schießt auf seinen brutalen Vater und sucht das Weite. Als Joey herausfindet, dass Oleg mit der Tatwaffe geschossen hat, macht er sich auf sie Suche nach dem Jungen, bevor er von der Polizei oder seinen Gangsterfreunden gefunden wird.
Mit RUNNING SCARED hat Wayne Kramer einen stylischen, rasanten und energiegeladenen Gangster-Action-Thriller abgeliefert, der sich zudem mit einer spannenden Story und einer starken Besetzung schmückt. Zum einen ist da Paul Walker, der als Joey Gazelle ziemlich ruppig daherkommt. Seine Frau wird von der wunderbaren Vera Farmiga verkörpert. Am gelungensten ist allerdings der Auftritt des Jungdarstellers Cameron Bright als Oleg, der innerhalb einer Nacht eine unglaubliche Odyssee durchmachen muss, auf der er Gangstern, Zuhältern und einem Ehepaar, was Kinder entführt, begegnet. Aber das kommt davon, wenn man eine Pistole klaut und mit dieser auf seinen Vater schießt. Kramer karrt eine ganze Ladung von fiesen Typen an, die RUNNING SCARED nicht eine Sekunde langweilig machen.
Trotz vieler Gangsterfilm-Klischees und einigen sehr konstruierten Ideen, hat es Kramer hervorragend verstanden, seinem Film einen eigenen Ton zu verpassen, statt ihn in dumpfer Coolness verkommen zu lassen. Es gibt immer wieder schöne Kamerafahrten und gekonnte Schnitte, die RUNNING SCARED permanent unter Strom setzten, ohne dass er nervig wird. Da die Story nur in der Nacht spielt, bekommt man es mit vielen düsteren Abschnitten zu tun, die sehr atmosphärisch ausgeleuchtet wurden.
RUNNING SCARED ist visuell, inhaltlich und darstellerisch auf einem hohen Niveau und hängt ähnlich gelagerte Filme spielend ab.
Action, Spannung und Dialoge sind in einem gesunden Wechsel, der kleinere Probleme schnell vergessen lässt. Selten vergehen 122 Minuten so schnell.
(Bjoern Candidus)