DSCHUNGELINFERNO
(SAVANA VIOLENZA CARNALE, Italien, Spanien, 1979, Regie: Roberto Bianchi Montero)
Don und Miguel, zwei Jäger, stoßen im Dschungel Mexikos auf ein Lager von Räubern, die eine Frau gefangen halten. Nur einer der Räuber, Damián, ist zugegen, denn der wurde von einer Schlange in die Hand gebissen und droht zu sterben. Miguel hilft dem Mann, in dem er seine Hand abschlägt, damit sich das Gift nicht weiter ausbreiten kann. Das passt Rita, der Entführten, gar nicht, schließlich wurde sie von Damián vergewaltigt, nachdem er ihre Mutter erschossen hat. Doch Rita erfährt schnell Trost, denn auf sie wartet noch eine Liebesgeschichte, die sie wohl nie vergessen wird.
DSCHUNGELINFERNO ist in fast jeder Hinsicht eine Katastrophe, und wenn Regisseur Roberto Bianchi Montero eins gelungen ist, dann einen Haufen Männer möglichst ekelhaft zu inszenieren. Dass man für die Story und das Drehbuch gleich fünf unterschiedliche Herrschaften heranziehen musste, ist schon sonderbar genug, denn die Inhaltsleere ist erschlagend. Entweder man wird mit purer Ödnis bestraft, wenn sich die Figuren von A nach B fortbewegen und ihr hölzernes Spiel zum Besten geben oder man greift zur Gewalt, die sich in erster Linie gegen Frauen richtet. DSCHUNGEL INFERNO setzt vor allem auf Vergewaltigung und Verachtung von Frauen. Mit Aldo Sambrell, den man aus Leones Dollar-Trilogie kennt, hat man den perfekten Darsteller an Bord, wenn man einen Widerling braucht. Vielleicht hatte auch Fernando Sancho keine Zeit. Spanisch bleibt es noch mit Frank Braña, den man aus einschlägigen B-Filmchen kennt. Allen weiteren Personen, die hier ihr Stelldichein geben, waren mir unbekannt und haben sich mit kleinerlei Qualität geschmückt. Nichts hat in DSCHUNGEL INFERNO mit Qualität zu tun. Nur Langeweile und falsche Versprechen sind zu ernten. Glaubt man sich anfänglich noch im nächsten Kannibalenfilm zu befinden, ist man plötzlich in einem C-Gangsterfilm im Abenteuergewand ohne jegliche Spannung. Und wer nach 20 Minuten immer noch wach ist, darf sich auf zahlreiche Momente freuen, in denen sich Kerle zum Schnaps treffen, um ihren fiesen Charakter preiszugeben, bevor sie sich wieder an das weibliche Geschlecht heranmachen. Und wem das noch nicht reicht, darf sich auf ein Dressurreiten freuen, bei dem sich die Ödnis diesmal mit Vierbeinern fortsetzt.
DSCHUNGEL INFERNO ist ein hässlicher Totalausfall und gehört zum Bodensatz ähnlich gelagerter Exploitation-Ware jener Tage.
(Bjoern Candidus)