FEAR CITY – MANHATTAN 2 UHR NACHTS
(FEAR CITY, USA, 1984, Regie: Abel Ferrara)
In New York City treibt sich ein Serienmörder herum, der es auf Stripperinnen, Prostituierte und Zuhälter abgesehen hat. Erst fügt er ihnen zahlreiche Verletzungen zu, dann bringt er sie schließlich um. Detektiv Al Wheeler ermittelt in dem Fall, doch als der Killer eine Stripperin tötet, die der Agentur von Matt Rossi und Nicky Parzeno angehörte, schalten auch die sich ein, um den Killer zu schnappen.
Drei Jahre nach seinem dreckigen Rape-and-Revenge-Thriller DIE FRAU MIT DER 45er MAGNUM (1981) bleibt Abel Ferrara seinem New York-Setting treu und lässt einen Serienmörder durch das Rotlichtmilieu streifen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Prostituierte, Zuhälter und Dealer zu töten, um die Welt von ihnen zu reinigen. Das macht er mit Kampfkunst- und Messerattacken und verschriftlicht seine Taten in seinem Buch „Fear City“. Während man als Zuschauer den Täter kennt, tappt die Polizei und die privat ermittelnden Rossi und Parzeno im Dunkeln und verdächtigen sogar Konkurrenten im Strip-Gewerbe.
Mit Tom Berenger als Matt Rossi hat man einen guten Hauptdarsteller an Bord, dem man seinen Charakter eines Ex-Boxers, der im Kampf jemanden getötet hat, weil der Schiedsrichter nicht vorher abgebrochen hat, durchaus abnimmt. Unsympathisch bleibt sein ambivalenter Charakter trotzdem. Überhaupt ist hier jeder unsympathisch, ausgenommen Melanie Griffith als Stripperin Loretta. Detektiv Al Wheeler wird von Billy Dee Williams verkörpert, während mir der Rest der Meute gar nichts sagte. Die Darsteller sind durch die Bank überzeugend, und Ferrara sorgt dafür, dass man viel von ihnen erfährt, was allerdings auch dazu führt, dass FEAR CITY manchmal etwas langatmig daherkommt. Doch Ferrara nimmt immer wieder Fahrt auf und liefert ein paar coole Action-Szenen und sorgte unentwegt für eine dichte Großstadt-bei-Nacht-Atmosphäre, denn darin ist er ein Meister.
Wer Freude am 80er-Neon-Großstadtdschungel mit all seinen Abgründen hat, bekommt sie mit FEAR CITY geliefert und kann den Film gut neben TAXI DRIVER (1976), CRUISING (1980), MANIAC (1980) und CHINA BLUE BEI TAG UND BEI NACHT (1984) parken. Den Wirkungsgrad dieser Filme erreicht Ferrara hier zwar nicht, aber unter dem Strich ist ein cooler Serienkiller-Thriller entstanden.
(Bjoern Candidus)