BLUTDURST
(THIRST, Australien, 1979, Regie: Rod Hardy)
Eine Organisation, bestehend aus weltweit 70.000 Vampiren, unterhält eine Blutfarm in Australien, wo das Blut von Menschen aufgearbeitet wird, um für Vampire genießbar gemacht zu werden. Das Hauptziel der Organisation ist allerdings die Nachfahrin der berühmten „Blutgräfin“ Elisabeth Barthory. Das Blut dieser Familie fließt in den Adern von Kate Davis, was ihr eine Stärke verleiht, von der sie selbst noch gar nichts ahnt. Doch die Organisation ist dafür da, ihr die Augen zu öffnen, ob sie will oder nicht.
Besonders der Vampirfilm kann mich im Horrorkino immer wieder überraschen, da er mitunter am facettenreichsten ist. Die australische Produktion BLUTDURST ist ein erfrischender Beitrag, der den Vampir-Mythos mit dem der „Blutgräfin“ Elisabeth Báthory kombiniert und in einem modernen Gewand präsentiert.
Die Idee von einer weltweit verknüpften Organisation von Vampiren, die eine Farm betreiben, auf der sie Menschen ihr Blut abzapfen, ist durchaus gelungen, ebenfalls die Verknüpfung mit Elisabeth Báthory. Auf dem Farmgelände steht auch eine große Villa, in der die Führungsriege der Organisation ihren Sitz hat. Die Struktur der Organisation und das Ziel der ewigen Jugend und Schönheit ruft Filme wie DIE WEIBCHEN (1979), DIE NACHT DES TODES (1980) und A CURE FOR WELLNESS (2016) auf den Plan, neben den sich BLUTDURST sehr gut einreihen kann. Die führenden Drahtzieher der Organisation wurden gut besetzt. An der Spitze ist Shirley Cameron als Mrs. Barker, die David Hemmings als Dr. Fraser und Henry Silva als Dr. Gauss an ihrer Seite hat. Auch Chantal Contouri überzeugt als Kate Davis, der Nachfahrin von Elisabeth Báthory, die erst mal von ihrer Wichtigkeit im Rahmen der Organisation überzeugt werden muss. Sie wird einem Konditionierungsprogramm unterworfen, was auch psychologische Aspekte mit in die Story bringt.
Auch visuell ist BLUTDURST ein sehr schöner Vertreter aus Down Under. Die Natur von Australien bleibt einem zwar weitestgehend verborgen, dennoch gibt es immer wieder kleine Abschnitte, die einem das Herkunftsland verraten. Aus diesem stammt auch der MAD MAX-Komponist Brian May, der hier mit einem starken Score zu hören ist.
Eine spannende Story und gute Darsteller machen BLUTDURST zu einem reichhaltigen Horrorfilm, dem es gelungen ist, den klassischen Vampir-Mythos zu modernisieren.
(Bjoern Candidus)