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American Rickshaw, 1989 – ★★★

AMERICAN RIKSCHA
(AMERICAN RISCIÒ, Italien, 1989, Regie: Sergio Martino)

Der Student Scott wird während eines Schäferstündchens mit einer Dame auf einer Yacht im Hafen gefilmt. Als Scott den Spanner (der Sohn eines Fernsehprediger) entdeckt, kommt es zu einer Schlägerei. Die Stripperin Joanna sucht derweil das Weite, und als Scott den Kampf gewinnt, nimmt er fälschlicherweise das falsche Videoband mit. Als Scott die Verwechslung bewusst wird, eilt er zurück zur Yacht und findet den Spanner ermordet vor. Kurz drauf wird auf die Yacht ein Brandanschlag verübt, dem Scott gerade noch entkommen kann. Scott gerät zwischen die Mächte des Bösen und des Guten, und er hat einen Auftragskiller am Hals, der ihn durch Miami jagt.

Auch Sergio Martino (TORSO, 1973) blieb von der sterbenden italienischen Filmindustrie der späten 80-Jahre nicht verschont, hat sich aber nicht davon abhalten als Regisseur weiter zu arbeiten. Ähnlich wie bei Lucio Fulci konnte er allerdings an die Qualität seiner frühen Filme nicht ganz anknüpfen. Der Unterhaltungsfaktor in seinen späteren Filme ist aber durchaus gegeben, und AMERICAN RIKSCHA bildet da keine Ausnahme. 

Bei AMERICAN RIKSCHA handelt es sich um einen grotesken Mix aus Action-, Fantasy- und Horrorfilm, der in den USA (Miami) spielt und mit chinesischer Kultur und okkultem Hokuspokus durchzogen ist. Jeder Winkel erstrahlt im Glanz der 80-Jahre, ob es die Einrichtungen, die Klamotten oder die Frisuren sind, und mit Miami hat man natürlich auch den besten Ort, um all das zu präsentieren. Wer die Spät-80er-Ästhetik nicht mag, sollte hier erst gar nicht einschalten. 

In der Hauptrolle ist der olympische Goldmedaillengewinner (Turnen) Mitchell Gaylord, der hier einiges zu tun bekommt, vor allem ist er aber auf der Flucht. Dieser Umstand sorgt dafür, dass Martino AMERICAN RIKSCHA immer gut vorantreibt und so nie Langeweile aufkommen lässt. Scott ist immer in Bewegung (manchmal auch mit Joanna), und im Wechsel sieht man entweder seinen Verfolger, Francis den Auftragskiller, eine mysteriöse chinesische Hexe, die mit ihrer Kobra und ihrer Katze in einem Hochhaus lebt, den TV-Prediger Reverend Mortom oder man folgt zwei Polizisten, die den sonderbaren Fall um die Ermordung des Sohnes von Reverend Mortom lösen wollen. Mit Donald Pleasence ist sogar ein Star an Bord, der hier als Reverend Mortom zugegen ist, der ein schweinisches Doppelleben führt. Die restliche Besetzung ist gerade noch passabel und passt sich der wirren Story an, die ich ohnehin keine Sekunde ernst nehmen konnte. 

Neben ein paar Prügeleien fährt Martino auch ein paar Gore-Effekte auf, die allerdings sehr kurz gehalten sind. Leider ist die Inszenierung sehr hell ausgeleuchtet und es kommt nur selten zu atmosphärischen Momenten. Dafür ist die Wohnung der Chinesin sehr schön gestaltet und setzt sich von den restlichen Sets ab, die einen durch das Tages- und Nachtgeschehen von Miami führen. 

AMERICAN RIKSCHA ist ein bizarres Kapitel im Œuvre Martinos, was wie ein Flickenteppich aus Ideen daherkommt und ebendeshalb für gute Unterhaltung sorgt. Wer den Glanz seiner 70er-Jahre Gialli sucht, wird ihn hier jedenfalls nicht finden, das ist versprochen. 

(Bjoern Candidus)

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