
LOST PLATOON
(THE LOST PLATOON, USA, 1990, Regie: David A. Prior)
Der Fernsehjournalist David Hollander, der als Weltkriegsveteran schon im Zweiten Weltkrieg gekämpft hat, ist als Berichterstatter im Contra-Krieg in Nicaragua unterwegs. Im Camp der US-Army entdeckt er plötzlich vier Soldaten, die er bereits 1945 gesehen hat. Doch im Gegensatz zu ihm sind sie keinen Tag gealtert. Als er den Colonel damit konfrontiert, hält er Hollander für verrückt und stellt ihn unter Arrest. Doch schnell bewahrheiten sich Hollanders Vermutungen.
LOST PLATOON ist ein typischer B-Film, wie er zuhauf in die Videotheken gespült wurde. Regie führte David A. Prior (FUTURE FORCE, 1988), also kein Unbekannter auf dem Action-/Science-Fiction-B-Film-Sektor.
In LOST PLATOON hat Prior den Actionfilm mit dem Vampirfilm gekreuzt und eine krude, aber durchaus interessante Grundidee geschaffen, die ein bisschen an MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER (1991) erinnert. Doch leider mangelt die Umsetzung an allen Ecken. Das hölzerne Schauspiel der blassen Darsteller, die ihre Rollen mehr als ernst nehmen und dabei kläglich scheitern, ist das Hauptproblem von Priors Inszenierung. Die Dialoge sind teils unfreiwillig komisch, und es wird zunehmend schlimmer. Die Effekte sind deutlich limitiert. Es gibt viel Action im Sinne von Soldaten oder Zivilpersonen, die über den Haufen geschossen oder mit Handgranaten getötet werden. Erst in der zweiten Hälfe, wenn die Vampire richtig in Aktion treten, bekommt man noch ein bisschen Gore geliefert, der aber nicht der Rede wert ist. In wenigen Momenten schafft Prior eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen, aber dann sind es wieder die Darsteller, die diese zum Einsturz bringen.
Unter dem Strich ist LOST PLATOON wahrlich kein guter Film. Handwerklich holprig, schauspielerisch sehr schwach, dennoch kann ich der Story etwas abgewinnen.
(Bjoern Candidus)