
PUPPET MASTER 3 – TOULON’S RACHE
(PUPPET MASTER 3 – TOULON’S REVENGE, USA, 1991, Regie: David DeCoteau)
Nach dem etwas schwächeren PUPPET MASTER 2 (1990) folgte erneut ein Jahr später eine weitere Fortsetzung, die zurecht einen guten Ruf besitzt. Erneut wechselte der Regieposten, der diesmal an David DeCoteau (CREEPZONE, 1987) ging.
Statt die Story des Vorgängers fortzusetzen, bekommt man mit PUPPET MASTER 3 ein Prequel spendiert, was einen nach Berlin zur NS-Zeit führt, wo der französische Puppenspieler André Toulon ein Theater unterhält, in dem er mit seinen Marionetten auftritt. Als ein Gestapo-Offizier von den sich wie von Geisterhand bewegenden Marionetten Wind bekommt, macht er Meldung bei Major Kraus und dem Arzt Dr. Hess. Während Kraus nicht an die Sache glaubt, wird Dr Hess hellhörig, um endliche Erfolge bei seinen Experimenten machen zu können, die den Tod überwinden sollen. Als man Toulon festnimmt, wird dabei seine Frau Elsa erschossen. Toulon wird abgeführt, doch seine Marionetten können ihn befreien.
Damit erzählt der dritte Teil die Vorgeschichte zu dem, was wir bereits zu Beginn von PUPPET MASTER gesehen haben. Wir erfahren, wie die Nazis überhaupt auf Toulon aufmerksam wurden und wie der Konflikt entstand, der schließlich zu den Ereignissen des ersten Films führte. Gleichzeitig erfahren wir wesentlich mehr über die Herkunft der Marionetten. Besonders interessant ist dabei Leech Woman, in der die Seele von Toulons Frau Elsa übertragen wird. Dadurch bekommt auch die bereits aus dem ersten Teil bekannte Figur eine völlig neue Bedeutung.
PUPPET MASTER 3 beantwortet viele Fragen über André Toulon, seine Vergangenheit und die Funktionsweise seiner Puppen und hebt sich gleichzeitig deutlich von seinen beiden Vorgängern ab. Während Teil eins und zwei einen stärkeren Slasher-Aufbau besitzen, geht der dritte Film einen anderen Weg und konzentriert sich sehr viel mehr auf die menschlichen Charaktere statt auf die Marionetten. Gerade die Nazi-Schergen sind gut gezeichnet, besonders Richard Lynch als Major Kraus macht was her. Sein Äußeres dient schließlich für die Blade-Marionette, die wiederum einst von David Schmoeller an Klaus Kinski angelehnt wurde. Gerade die Nazi-Thematik lässt die Inszenierung erstaunlich ernst und finster wirken. Das Berlin der späten 1930er-Jahre mit seiner nationalsozialistischen Symbolik und Propaganda erzeugt eine entsprechend bedrückende Atmosphäre, die sich in den gelungenen Studiokulissen abspielt. Visuell übertrumpft PUPPET MASTER 3 seine beiden Vorgänger, die bereits auch schon sehr sorgfältig inszeniert wurden. Viele unterschiedliche Schauplätze sorgen für Abwechslung, und die Kameraarbeit ist grundsolide und zeigt, wie gut damals DTV-Produktionen aussehen konnten.
Neben dem bereits erwähnten Richard Lynch ist auch Guy Rolfe dabei, der diesmal André Toulon verkörpert, was ihm ausgesprochen gut gelungen ist. Insgesamt ist die Besetzung sehr viel ansprechender als in den Vorgängern, wo man sich vor allem auf das Ableben dieser fokussiert hat. Sehr passend ist auch der Score von Richard Band, der sich diesmal etwas düsterer gibt.
PUPPET MASTER 3 – TOULON’S RACHE ist ein überraschend starkes Prequel, was in allen Bereichen überzeugen kann.
(Bjoern Candidus)