
DRACULAS SOHN
(SON OF DRACULA, USA, 1943, Regie: Robert Siodmak)
Die junge Catherine hat auf ihrer Reise durch Osteuropa die Bekanntschaft des geheimnisvollen Grafen Alucard gemacht. Fasziniert von dem ebenso sinistren Fremden lädt sie ihn nach Louisiana ein, wo sie mit ihrer Schwester auf der Plantage ihres verstorbenen Vaters lebt. Schon vor seiner Ankunft kündigt eine alte Frau, die in den Sümpfen lebt, ein drohendes Unheil an. Und tatsächlich lässt der Graf nicht lange auf sich warten. Mit dem Zug und Kisten voller Erde aus seinem Heimatland, reist er nach Amerika. Seine Absicht: Er möchte Catherine zu seiner Vampirbraut machen. Doch Catherine verfolgt ihrerseits einen ganz eigenen Plan.
DRACULAS SOHN ist die zweite Fortsetzung nach DRACULA (1931), die inhaltlich nichts mit ihren Vorgängern zu tun hat und eine eigene Geschichte erzählt. Regie führte Robert Siodmak, und zwar erstmals für Universal.
Was DRACULAS SOHN auszeichnet, ist seine ausgesprochen dichte Atmosphäre, die durch die Studiokulissen entsteht, die die Plantage „Dark Oaks“ und die umliegenden Sümpfe Louisianas zeigen. Aber auch die Innenräume des Anwesens der Caldwells sind toll in Szene gesetzt. Immer wieder finden sich ausgesprochen schöne Kameraeinstellungen, die zeigen, dass hier fähige Menschen am Werk waren.
Aber DRACULAS SOHN hat auch Schattenseiten, und eine heißt Lon Chaney Jr., der als Alucard bzw. Dracula mehr wie ein grimmiger Industrieller wirkt als nach einem Vampir. Deshalb ist es auch löblich, dass sich Dracula mehr als einmal in eine Fledermaus oder Nebel verwandelt. Besser passt da Louise Allbritton als Catherine Caldwell, die einen durchaus bemerkenswerten Plan hat, der mir so noch nicht im Vampirkino begegnet ist. Obwohl die eigentliche Geschichte durchaus interessant ist und einige spannende Momente bereithält, verliert sich DRACULAS SOHN oft in Dialogen, die die Inszenierung etwas ausbremsen und unnötig in die Länge ziehen.
Trotz seiner Schwächen besitzt DRACULAS SOHN den unverwechselbaren Charme, der die klassischen Universal-Horrorproduktionen der 30- und 40er-Jahre auszeichnet. Die sorgfältig gestalteten Kulissen und die atmosphärische Schwarzweiß-Fotografie sorgen für den Ausgleich.
(Bjoern Candidus)