
THE VAMPIRE DOLL
(YÛREI YASHIKI NO KYÔFU: CHI WO SÛ NINGYÔ, Japan, 1970, Regie: Michio Yamamoto)
Keiko macht sich Sorgen um ihren Bruder Kazuhiko, der nach einer
monatelangen Geschäftsreise seine Freundin Yuko im Haus ihrer Mutter besuchen wollte. Als er sich nicht bei seiner Schwester meldet, fährt sie mit ihrem Verlobten aufs Land, um Yuko und ihre Mutter nach dem Verbleib ihres Bruders zu befragen. Als sie in dem Landhaus ankommen, teilt ihnen Yukos Mutter mit, dass ihre Tochter gestorben und Kazuhiko bereits abgereist sei. Doch die Wahrheit ist eine andere.
Regisseur Michio Yamamoto hat mit THE VAMPIRE DOLL eindrücklich bewiesen, wie es aussehen kann, wenn man sich am westlichen Vampirkino orientiert, um es nach Japan zu bringen. Der Einfluss der britischen Hammer-Studios liegt ebenso auf der Hand wie die Stilismen eines Mario Bavas. Es sind mehr die japanischen Darsteller als das Gothic-Horror-Set-Design, die das Produktionsland verraten. Dasfinstere Landhaus, das umliegende Waldgebiet und der Regen entfesseln eine schaurigschöne Atmosphäre, die sich konstant von Anfang bis Ende hält. Im Inneren des Hauses wird mit Licht und Schatten gearbeitet, und die Fotografie fängt alles hervorragend ein. Über die finsteren Bilder legt sich ein unheimlicher Score von Riichirô Manabe.
Aber es ist nicht nur das Visuelle, was THE VAMPIRE DOLL auszeichnet, sondern auch die guten Darsteller, die in ihren Rollen immer ernst bleiben und den düsteren Ton der Inszenierung mitverantworten und einen durch eine tragische Geschichte führen.
THE VAMPIRE DOLL ist ein zauberhafter, sehr atmosphärischer Horrorfilm aus den Tōhō-Studios, der vor allem für Vampir-Fans interessant sein dürfte.
(Bjoern Candidus)