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Z.P.G., 1972 – ★★★★

ZERO POPULATION GROWTH
(Z.P.G., USA, 1972, Regie: Michael Campus) 

Der Mensch hat es endlich geschafft: Natürliche Pflanzen und Tiere sind nahezu ausgerottet. Die Luftverschmutzung lässt es nicht mehr zu, sich ohne Gasmaske im Freien zu bewegen. Künstliche Nahrung steht auf dem Speiseplan. Aus diesem Grund beschließen die Regierungen der Nationen ein Geburten-Verbot für die nächsten drei Jahrzehnte. Wer sich dem widersetzt, wird hingerichtet. Doch ganz ohne „Nachwuchs“ sollen die Familien auch nicht auskommen. Mechanische Baby- und Kinder-Puppen sollen die Leere füllen. Doch dem Liebespaar Russ und Carol McNeill reicht das nicht, sie wollen ein Kind aus Fleisch und Blut.

Mit ZERO POPULATION GROWTH hat Regisseur Michael Campus (STRASSEN ZUR HÖLLE, 1973), basierend auf einem Drehbuch von Frank De Felitta und Max Ehrlich, einen vorausschauenden Beitrag des dystopischen Sciencefiction-Kinos geschaffen. Die Themen wie Überbevölkerung, Umweltverschmutzung und die damit einhergehende Vernichtung von Flora und Fauna, die zu weltweiten Lebensmittelknappheit führt, waren damals aktuell und heute sind sie es erst recht. Klebte man sich damals Aufkleber aufs Auto, klebt man sich heute direkt auf die Straße. Und doch schaut man weg, denn so schlimm ist es ja noch nicht. Der Mensch wacht erst auf, wenn sein Haus bereits in Flammen steht, und manche bleiben selbst dann noch liegen. 

Mit einem Partyfilm hat man es hier also nicht zu tun. Das Gegenteil ist sogar der Fall, denn ZERO POPULATION GROWTH ist bereits von der ersten Minute an düster, sperrig und hoffnungslos. Die Gesellschaft wird kontrolliert, manipuliert und mit falschen Emotionen gesteuert. Und wer könnte diesem Zustand ein besseres Gesicht verpassen als Oliver Reed? Nicht so viele, und deshalb ist der gute Mann hier auch genau richtig. An seiner Seite ist Charlie Chaplins Tochter Geraldine Chaplin. Beide geben ein sehr gutes Bild ab. Der Zuschauer darf sich auf extrem hässliche Baby- und Kinderpuppen einstellen, kann sich ein Bild von künstlichem Fisch, Fleisch und Gemüse aus Tuben machen und wird Zeuge von öffentlichen Hinrichtungen von Ehepaaren, die es gewagt haben, sich fortzupflanzen. Dabei werden die Eltern wie auch der Nachwuchs in Halbkugeln gefangen gehalten, in denen sie 12 Stunden verweilen müssen, bevor sie ersticken. 

ZERO POPULATION GROWTH ist ein finsteres Familien-Drama in einer zerrütteten Welt. Ein Film, der sich hervorragend in eine Liste mit Filmen wie FAHRENHEIT 451 (1966), PLANET DER AFFEN (1968), THX (1971), LAUTLOS IM WELTRAUM (1972) oder SOYLENT GREEN (1973) einreihen kann. 

(Bjoern Candidus)

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