Zum Inhalt springen
  • Startseite
  • Antenne Traumstadt
  • Episoden
  • Rezensionen
  • Wo Ihr uns findet
  • Kontakt

Kill List, 2011 – ★★★★½

KILL LIST
(GB, 2011, Regie: Ben Wheatley)

Jay, ein Ex-Soldat und Auftragskiller, ist in Geldnöten, und zwischen ihm und seiner Frau Shal kommt es immer wieder zu heftigen Streitigkeiten. Als ihm sein Freund Gal von einem neuen Auftrag erzählt, nimmt er diesen an. Während Jay und Gal ihren Auftrag erledigen, der aus dem gezielten Töten von Menschen aus dem Kinderpornomilieu besteht, freundet sich Gals sonderbare Freundin Fiona mit Shal an, die nichts gutes im Schilde führt. 

Wer mal wieder richtig Lust auf eine Spaßbremse von Film hat, dem sei KILL LIST von Ben Wheatley (SIGHTSEERS, 2012) ans Herz gelegt. Von der ersten Sekunde an herrscht hier eine permanente schlechte Laune, die sich auf alle Figuren niederlegt und es mir kaum bis gar nicht ermöglicht hat, eine emotionale Bindung aufzubauen. Doch während manche Filme dadurch geradezu versinken, bäumt sich KILL LIST permanent auf und schlägt einem immer wieder in den Magen. Hier soll niemand freundlich sein, Skrupellosigkeit steht an vorderster Front. Von Anfang bis Ende spannt Wheatley ein Netz aus Gewalt und schenkt dem Zuschauer nicht ein einziges Mal ein bisschen Hoffnung und Glückseligkeit. Was mit aggressiven Ehestreitigkeiten beginnt, setzt sich im weiteren Verlauf in grafische Gewalt um, die es in sich hat. Kniescheiben werden zerschlagen, Finger gebrochen, Köpfe eingeschlagen, und das Harmloseste, was hier passiert, ist ein Kopfschuss, der das Leid schnell beendet. 

KILL LIST ist nicht einfach nur ein weiterer Film mit Auftragskillern, sondern erzählt eine tiefschwarze und äußerst beklemmende Geschichte, die sich in ungeahnte Bereiche entwickelt und sich am Ende auf triumphale Art schließt. Wheatley lässt seine Geschichte ausarten, ohne ins Straucheln zu geraten. Obwohl er bereits früh deutliche und weniger deutliche Hinweise streut, bekommt man kaum Gelegenheit, damit arbeiten zu können, weil Wheatley bereits zum nächsten Schlag ausholt. 

Mit Neil Maskell als Jay und Michael Smiley als Gal hat man zwei hervorragende Kotzbrocken am Start, die hier noch viel größere Kotzbrocken beseitigen. Obwohl es Wheatley spielend schafft, die Täter, die hier ausgeschaltet werden sollen, ebenso zu hassen, möchte ich keinen ihrer Henker zum Freund haben. Beeindrucken konnte mich auch Struan Rodger als Klient, der eine ganz besondere Art der Vertragsunterzeichnung bevorzugt. Die aufgeladene Stimmung der Figuren schlägt sich auch auf die filmischen Mittel nieder. Die Kamera ist oft nervös, zeigt viele Close-ups von den Gesichtern, in denen sich meist der pure Hass abspielt. Trotzdem gönnt Wheatley einem genug ruhige Momente, die allerdings nicht weniger beklemmend sind. 

KILL LIST ist ein eiskalter, lebensfeindlicher und durchweg spannender Thriller, der keine Gefangenen macht und von Anfang bis Ende seiner zerstörerischen Art treu bleibt. 

(Bjoern Candidus)

←102. Nackt unter Kannibalen (1977)
Dead & Buried, 1981 – ★★★★½→

Impressum · Datenschutzerklärung · © 2026 Antenne Traumstadt