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Prison on Fire, 1987 – ★★★★½

PRISON ON FIRE 
(GAAM YUK FUNG WAN, Hongkong, 1987, Regie: Ringo Lam)

Wegen fahrlässiger Tötung muss Lo Ka Yiu ins Gefängnis, was für den jungen Mann kaum zu ertragen ist. Nicht nur die strenge Hand der Aufseher macht ihm zu schaffen, sondern auch die anderen Häftlinge, für die er eine leichte Beute ist. Da kommt Ah Ching gerade recht, denn der kennt sich im Knast bestens aus und steht Lo Ka Yiu bei. Doch als behauptet wird, Lo Ka Yiu hätte jemanden verraten, gerät der Konflikt außer Kontrolle.

Ich bin kein großer Freund von Gefängnisfilmen und wenn sind mir die mit gefangenen Frauen am liebsten. Aber es gibt auch Ausnahmen, wie 12UHR NACHTS – MIDNIGHT EXPRESS (1978) oder PRISON ON FIRE von Ringo Lam.

Lams Gefängnis-Action-Drama ist ein nahezu perfekt inszenierter Film, der sämtliche Zutaten des Genres bereithält, und doch fühlen sie sich anders an. In kalten, realistischen Bildern bekommt man den Alltag in einem Gefängnis gezeigt, was von strenger, aber gerechter Hand geführt wird. Folge jedem Befehl, halte jedes Gesetz ein, dann bist du fein raus. Doch neben den offiziellen Regeln der Gefängnisleitung gibt es auch inoffizielle Regeln unter den Gefangenen, und wenn unter denen Triaden-Boss sitzen, sollte man sich besonders in Acht nehmen. Wer schwach ist, hat das nachsehen, und Verräter werden gar nicht geduldet. Der recht naive Lo Ka Yiu (Tony Ka Fai Leung) muss nicht mal jemanden verraten, um das Opfer zu werden. In einem Rückblick sieht man den Grund für Lo Ka Yius Gefängnisaufenthalt. Bei einem Überfall auf das Geschäft seines Vaters, der dabei schwer verletzt wird, stößt Lo Ka Yiu einen der Täter auf die Straße, auf der er prompt von einem Bus überfahren wird. So bringt man direkt ein gewisses Verständnis auf, um sich besser in die Figur hineinzuversetzen. Als völliger Kontrast zu ihm kommt der wunderbare Chow Yun-Fat als Chung Tin Ching hinzu, der die Stimmung unter den Knastbrüdern ordentlich aufwirbelt. Doch Chung Tin Ching kennt die offiziellen wie inoffiziellen Gesetze im Gefängnis und weiß, wie er sich zu verhalten hat, schließlich ist er oft genug dort. Doch sein Versuch, das Motto „Sei tolerant, dann gewinnst du Frieden und Ruhe. Sei bescheiden, dann erreichst du neue Horizonte“ zu leben, scheitert immer wieder. Chow Yun-Fat passt mal wieder hervorragend in seine Rolle und sorgt dafür, dass hier niemals Langeweile aufkommt. Immer wieder kommt es zwischen den Knastbrüdern zu Reibereien, die zu ausgedehnten Schlägereien ausarten. Unter den Gefangenen sind einige Triaden-Bosse, die auch hinter Gefängnismauern gefährlich sind, wie z.B. Micky, der von Ka-Kui Ho dargestellt wird. Seitens der Gefängnisleitung hat Roy Cheung als Officer Hung eine unglaublich starke Präsenz. Cheungs Killerblicke und seine ganze Figur bringen ein Feuer in die Inszenierung, was er am Ende selbst nicht mehr beherrscht. Die gesamte Besetzung ist hervorragend und es macht einfach Spaß, den Figuren in ihrem begrenzten Kosmos zu folgen. 

Auch die lebendige Fotografie von PRISON ON FIRE ist toll. Obwohl hier im Minutentakt etwas Spannendes, Witziges oder Brutales passiert, ist Lams Inszenierung nie hektisch oder übertrieben. Mal werden ruhige Gespräche geführt, mal diskutiert man und mal schlägt man sich mit aller Härte die Fresse ein.

PRISON ON FIRE ist ein Film mit spannenden Figuren voller Emotionen, die nie aufgesetzt wirken. Stark. 

(Bjoern Candidus)

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