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Beauty and the Beast, 1978 – ★★★★½

DIE JUNGFRAU UND DAS UNGEHEUER
(PANNA A NETVOR, Tschechoslowakei, 1978, Regie: Juraj Herz)

Ein in Geldnöten geratener Kaufmann möchte ein Ölgemälde an den Mann bringen. Er versucht sein Glück in einem alten Schloss mitten im Wald. Doch das Schloss scheint verlassen, bis der Mann eine weiße Rose pflückt, die ihm zum Verhängnis wird. Eine mysteriöse Gestalt taucht auf, die den Kaufmann erpresst. Er hat die Wahl zwischen seinem Leben und dem Leben seiner Tochter, die sich freiwillig auf das Schloss begeben muss. Julie, die einen ganz anderen Charakter als ihre beiden gierigen Schwestern Gábinka und Málinka hat, denkt nicht lange nach und macht sich auf, um das Leben ihres Vaters zu retten.

Juraj Herz (DER LEICHENVERBRENNER, 1969) hat sich mit DIE JUNGFRAU UND DAS UNGEHEUER dem französischen Volksmärchen „Die Schöne und das Biest“ angenommen, was erst mal 1740 durch Gabrielle-Suzanne de Villeneuve in einer Märchensammlung aufgenommen wurde. Wenn man Herz Filme, wie DER LEICHENVERBRENNER oder MORGIANA (1972) kennt, darf man sich vorstellen, dass sein Märchenfilm kein bunter Ritt sein wird. 

Von der ersten Minute an stößt einen Herz in eine finstere Welt voller von Nebel durchzogener Wälder, in denen ein verwunschenes Schloss errichtet wurde, was aus den Phantasiewelten eines Hieronymus Bosch und Max Ernst entsprungen sein könnte. Hier wird ein Set-Design aufgefahren, was seinesgleichen sucht und mich immer wieder an spätere Filme wie DIE REISE INS LABYRINTH (1986) erinnert hat. Herz hat hier eine unglaublich dichte und unheilvolle Atmosphäre geschaffen, die alles andere als kindertauglich ist. 

DIE JUNGFRAU UND DAS UNGEHEUER ist eine perfekte Melange aus Märchen-, Fantasy- und Gothic-Horrorfilm, die trotz ihrer alptraumhaften Bilder voller Fratzen und Phantomgestalten zu einer traurigen Liebesgeschichte wird, die mich berühren konnte. Das liegt mitunter auch an den charmanten Darstellern und dem düster melancholischen Score von Petr Hapka, der sich wundersam über die Bilder legt.

DIE JUNGFRAU UND DAS UNGEHEUER ist traurige Schauerromantik erster Güte. Ein zauberhaftes Relikt aus vergangen Tagen, als sich unsere Nachbarn noch auf höchst künstlerischere Art ausdrückten und die Leinwände mit ihrer speziellen Handschrift bespielten.  

(Bjoern Candidus)

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