DAS SCHLOSS DER BLAUEN VÖGEL
(LA BESTIA UCCIDE A SANGUE FREDDA, italien, 1971, Regie: Fernando Di Leo)
In einer privaten Nervenheilanstalt, in der Sex besonders groß geschrieben wird, geht ein maskierter Mörder umher, dessen Motive völlig unklar sind. Eine Dame nach der anderen fällt ihm zum Opfer.
Wer seine Ansprüche mal wieder nur mit Gewalt und vor allem Sex befriedigen möchte, der wird mit Fernando Di Leos (MILANO KALIBER 9, 1971) Giallo DAS SCHLOSS DER BLAUEN VÖGEL vermutlich ganz glücklich. An nacktem Fleisch, was nach Sex giert, mangelt es hier wahrlich nicht. Massagen, lesbische Spielchen und
Selbstbefriedigungen werden minutenlang zelebriert. Und besonders Fans von Rosalba Neri, die hier die sexbesessene Anne spielt, dürfen sich auf einige reizende Momente mit ihr freuen. Wie es sich für ein Giallo gehört, wird natürlich auch getötet, doch in diesem Bereich ist der Film relativ unspektakulär, dennoch unangenehm, schließlich geht es ja um einen Triebmörder.
DAS SCHLOSS DER BLAUEN VÖGEL liefert neben Sex und Gewalt auch eine schöne Kulisse. Die Privatklinik in den Räumlichkeiten eines Schlosses weckt Erinnerungen an den Gothic-Giallo DIE MÖRDERKLINIK (1966). Vor allem die bunten Farben der Ausstattung stechen hervor, sowie die atmosphärische Lichtgestaltung.
Neben der schönen Rosalba Neri ist auch Margarte Lee hinter den Mauern zu entdecken. Der stets verdächtige Klaus Kinski darf als Dr. Francis Clay mit langen Haaren durch die Klinik schleichen. Kinski bleib hier insgesamt relativ zurückhaltend und überlässt den Damen die Show.
DAS SCHLOSS DER BLAUEN VÖGEL verzichtet auf eine vernünftige Story, liefert nur wenig Spannung, aber dafür schräge Figuren, die am liebsten Sex haben, was selten eine schlechte Idee ist.
(Bjoern Candidus)