DJANGO’S RÜCKKEHR
(DJANGO 2 – IL GRANDE RITORNO, Italien, 1987, Regie: Nello Rossanti)
Django hat das Töten an den Nagel gehängt und lebt seit Jahren als Bruder Ignatius in einem Kloster. Dann erfährt er, dass er eine Tochter hat. Marisol, so ihr Name, wurde von dem Ungarn Orlowsky entführt, der in der Gegend Plünderungen und Massaker unter der Bevölkerung durchführt. Als er sich von dem Treiben Orlowskys überzeugt, greift er erneut zu seinem Maschinengewehr.
Nachdem vor allem die deutsche Titelschmiede aus zahlreichen Italowestern Django-Fortsetzungen machte, sollte es nur eine wirkliche geben, und zwar DJANGO’S RÜCKKEHR, der mit Baujahr 1987 reichlich spät kam. Sergio Corbucci führte hier nicht mehr Regie, sondern Nello Rossanti. Im gleichen Jahr schlugen auch Mattei und Fragasso mit ihren Italowestern SCALPS – SIE KÄMPFT WIE EIN MANN und DER WEISSE APACHE in die gleiche Kerbe. Es darf jedoch bezweifelt werden, ob sich in den 80er-Jahren das Publikum nach Italowestern, bzw. einer Fortsetzung von DJANGO (1966) gesehnt hat. Den Machern war es offensichtlich egal, denn sie konnten schließlich Franco Nero gewinnen, der immer ein Zugpferd ist.
Was Nello Rossanti mit DJANGO’S RÜCKKEHR richtig gemacht hat, ist, dass er Corbuccis Originalfilm nicht kopiert, sondern ihn ziemlich losgelöst hat. So losgelöst, dass man nicht mal mehr auf seine zerstörten Hände eingeht, was man den Autoren schon vorwerfen kann. Aber gut, dafür lebt Django jetzt in einem Kloster und hört auf den Namen Bruder Ignatius. Neros Männerkleid erweckt Erinnerungen an seine Jesus-Rolle in DIE AUSSERIRDISCHEN (1979), aber das Mönchsleben bleibt einem glücklicherweise erspart. Die Robe wirft er ebenso schnell über Bord, wie die Entscheidung, keine Menschen mehr zu töten. Und getötet wird hier viel. Der Verursacher für Djangos Umschwung ist Orlowsky, genannt „Der Teufel“. Der wird von Christopher Connelly dargestellt, der als sadistischer Ungar mit seinem Dampfer durch Mexiko fährt, Menschen ausraubt, versklavt oder tötet. Der Dampfer als fahrender Hort des Bösen ist eine schöne Idee, der man einiger Zeit im Film folgt. Gedreht wurde in Kolumbien, was sich sehr positiv auf die Atmosphäre auswirkt. Die schöne Landschaft ist mal was anderes als die ständige Wüste von Almería. Auch der Einsatz von vielen kolumbianischen Statisten unterstreicht die Illusion, man würde sich in Mexiko befinden, ganz gut. Neben Nero und Connelly ist auch Donald Pleasence am Start, der für etwas unnötigen Humor sorgt. Am Anfang darf sich auch William Berger als in die Jahre gekommener Revolverheld zeigen, der den Film auch mit einem unpassenden Witz garnieren darf, bevor seine Figur ins Jenseits driftet.
Leider will die ganze Story um Django und seine Tochter, die von Orlowsky entführt wurde, nicht richtig zünden. Würde Django Peter heißen, hätte man einfach einen weiteren Italowestern, aus der nur die deutsche Titelschmiede einen weiteren Djangofilm gemacht hat. Schraubt man die Erwartungen zurück, bekommt man aber einen unterhaltsamen, actionreichen, teils sehr blutigen Western geliefert, in dem Franco Nero erneut eine gute Figur macht, vor allem ab dem Punkt, wo er aus dem Grab, was seinen Namen trägt, sein Maschinengewehr hervorholt und eine Bande von Mexikanern über den Haufen ballert, die sich über eine Frau her machen wollen.
DJANGO’S RÜCKKEHR ist eine unnötige Fortsetzung, die weder Fisch noch Fleisch ist, aber mich unter dem Strich gut unterhalten konnte.
(Bjoern Candidus)