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And God Said to Cain, 1970 – ★★★★½

SATAN DER RACHE
(E DIO DISSE A CAINO…, Deutschland, Italien, 1970, Regie: Antonio Margheriti)

Kaum ein Genre hat Antonio Margheriti in seiner Karriere ausgelassen, und mit über 50 Regiearbeiten war er ein fleißiger Mann. Nachdem er mit DAS SCHLOSS DES GRAUENS (1963) das italienische Gothic-Horror-Kino prägte, wie kurz vorher Ricardo Freda und Mario Bava, folgten zahlreiche Beiträge aus der Welt des Phantastischen Films. Zwischendurch servierte Margheriti aber ein den ein oder anderen Italowestern, und mit SATAN DER RACHE hat er wohl ohne Zweifel seinen besten gedreht. 

Niemand Geringeres als Klaus Kinski steht in der deutsch-italienischen Co-Produktion an vorderster Front. Wer hier einen garstigen, tobenden Kinski erwartet, dessen Blicke stets bereit sind, einen zu töten, wird enttäuscht. Klaus ist hier der Gute, der mit meiner vollen Zustimmung auf einen Rachefeldzug geht, der hervorragend inszeniert und fotografiert wurde. SATAN DER RACHE startet in einem Steinbruch, in dem Gefangene ihre Strafe abarbeiten müssen, so auch Kinski als Gary Hamilton. Dieser wird nach zehn Jahren Haft entlassen, so, dass er endlich seinen Racheplan umsetzen kann: den Mann zu töten, der ihn unschuldig hinter Gittern gebracht hat, obwohl er mal sein Freund war. Dieser jemand ist Acombar (Peter Carsten), der für Geld über Leichen geht, um es zu bunkern und es irgendwann seinem Sohn Dick (Antonio Cantafora) zu vererben. Doch Dick ahnt nicht, woher das Vermögen stammt, bis der SATAN DER RACHE vor der Tür steht. Begleitet wird dieser von einem Tornado, der sich drohend ankündigt und Acombar und die Bewohner der nahegelegenen Stadt in Unruhe versetzt. Man hört das Heulen des Windes und das Geschrei von Vögeln, die vor dem näher kommenden Tornado flüchten, und wenn Gary Hamilton in der Nacht unter den Glockenschlägen den Rachefeldzug antritt, erkennt man Margheritis Gespür für den Gothic-Horror. Auch ein unterirdischer Indianerfriedhof taucht auf, von dem es heißt, dass sich niemand von den Bewohnern trauen würde, ihn zu betreten, wegen der bösen Geister. Trotz des überschaubaren Handlungsrahmens und dem draus resultierenden Einschränkungen, was den Handlungsort angeht, liefert Margheriti genug Abwechslung. Die Villa von Acombar, der zentrale Schauplatz, ist toll ausgestattet und ebenso fotografiert. Alles sieht gut aus und klingt auch gut, ebenso der Score Carlo Savina. 

Der SATAN DER RACHE ist ein hoch atmosphärischer Italowestern mit einer guten Rache-Story, die sich zu einem Vater-Sohn-Konflikt ausweitet. Die Darsteller sind durch die Bank stark, und Kinski wirkt hier geradezu frisch, beinahe freundlich. 

(Bjoern Candidus)

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