
RETRO PUPPET MASTER
(USA, 1999, Regie: David DeCoteau)
Ein weiteres Mal durfte Regisseur David DeCoteau Platz auf dem Regiestuhl nehmen und kredenzt mit RETRO PUPPET MASTER den siebten Beitrag der Reihe und zugleich ein zweites Prequel, das inhaltlich noch vor PUPPET MASTER 3 – TOULON’S RACHE angesiedelt ist.
Nach dem weniger gelungenen Reboot mit CURSE OF THE PUPPET MASTER (1998), in dem Toulon fast keine Rolle mehr spielt, setzt dieser Film die Mythologie um Toulon und dem ägyptischen Gott Sutekh wieder ins Zentrum und erzählt die Jugend des Puppenspielers. Toulon beginnt als junger Mann in Paris und begegnet dem Magier Afzel, der in Ägypten dem Gott Sutekh das Geheimnis des ewigen Lebens entreißen konnte. Afzel verrät Toulon das Geheimnis, während Sutekh drei Mumien-Agenten in die Welt schickt, um all jene zu töten, die das Geheimnis des Elixier des Lebens kennen.
Eingebunden ist die Story von RETRO PUPPET MASTER in eine Rahmenhandlung, in der der alte Toulon, wieder gespielt von Guy Rolfe, seinen bekannten Puppen die Vorgeschichte erzählt, während die Haupthandlung dann fast durchgehend in der Vergangenheit bleibt. Hier lernt man dann auch Toulons geliebte Ilsa kennen, die später von Nazis getötet wird. Außerdem sieht man hier die Vorläufer- beziehungsweise Proto-Puppen, frühe Versionen der Figuren, die später im Franchise auftauchen.
Inszenatorisch ist das Ganze handzahm und der Horroraspekt ist deutlich zurückgenommen. Gewalt gibt es kaum und die Puppen-Action ist seher spärlich. Die drei Mumien mit Hüten und Sonnenbrillen wirken leider sehr albern und besitzen zudem ein sehr billiges Make-up. Durch diese Figuren nimmt der Film am meisten Schaden. Eine Wiederkehr von Sutekh gibt es leider nur als Stimme, die ihre Handlanger befielt. Einen besseren Eindruck hinterlassen Jack Donner als Magier Afzel und Greg Sestero als junger André Toulon, der ganz gut in das frühe 20. Jahrhundert passt. Gerade bei den Kostümen, Sets und Kulissen hat man sich Mühe gegeben, um einen in eine andere Zeit zu versetzen.
RETRO PUPPET MASTER hat deutliche Schwächen, doch ingesamt besitzt die Inszenierung eine schöne, fast märchenhafte Atmosphäre und lässt einen tiefer in die Vergangenheit von André Toulon und seine Marionetten blicken.
(Bjoern Candidus)