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Halloween H20: 20 Years Later, 1998 – ★★½

HALLOWEEN H20
(USA, 1998, Regie: Steve Miner)

20 Jahre nach dem Erfolg von HALLOWEEN (1978), dem zahlreiche Fortsetzungen folgten, sollte es eine weitere und eigentlich finale Auseinandersetzung zwischen Michael Myers und seiner Schwester Laurie Strode geben. Um der Story inhaltlich eine gewisse Logik zu verpassen, hat man sich dazu entschieden, alle Teile nach dem ersten ungeschehen zu machen, wie zuletzt David Gordon Green mit seiner Trilogie. An für sich keine schlechte Sache, doch das Endresultat ist leider nicht das erhoffte gewesen, weder bei David Gordon Green, noch bei Steve Miner, der bei HALLOWEEN H20 Regie geführt hat. 

HALLOWEEN H20 beginnt recht spannend. Es geht in die kleine Stadt Langdon, Illinois, in der Michaels ehemalige Krankenschwester (Nancy Stephens) lebt. Am Abend des 29. Oktober 1998 stellt sie fest, dass in ihrer Wohnung eingebrochen wurde. Als sie sich Hilfe bei den beiden Nachbarjungen (u.a. Joseph Gordon-Levitt) holt, reist sie diese mit in den Tod, denn Michael Myers ist zurück. Nachdem Myers die drei getötet hat und herausfindet, wo sich seine Schwester nun aufhält, schnappt er sich ein Auto und fährt nach Kalifornien. Dort lebt und arbeitet Laurie unter einer neuen Identität als Lehrerin in einem Internat.

Obwohl die Pre-Titel-Sequenz recht spannend und atmosphärisch inszeniert wurde, fällt einem bereits hier der Wechsel von Michaels Maske auf. Insgesamt gibt es gleich drei unterschiedliche Modelle, von denen eins sogar am Rechner entstanden ist und die im Film ständig hin und her wechseln. Ein produktionsbedingtes Problem, was die Hauptfigur des Films ästhetisch komplett gegen die Wand fährt. Auch die drei ersten Morde, von denen zwei im Off geschehen, sind leider sehr unspektakulär. In dieser Hinsicht liefert HALLOWEEN H20 auch im späteren Verlauf nicht viel, was gar nicht so schlimm wäre, hätte sich Miner stattdessen ein wenig mehr an den Stärken des Originals orientiert. Aber auch in Sachen Spannung sieht es mager aus. Es gibt durchaus ein paar spannende Momente, doch diese sind nur kurz oder werden durch billige Schocks zerstört. Dabei hätte man das neue Setting, ein Internat in den Wäldern Kaliforniens, richtig gut nutzen können. Immerhin kommt durch den Schauplatz ein wenig Atmosphäre auf, doch die hat mit Halloween herzlich wenig zu tun. Nicht mal der Score wirkt sich hier positiv aus, sondern das Gegenteil ist der Fall, denn besonders im letzten Drittel nervt die Musik von John Ottman gewaltig. Alles erscheint lieblos, und der Anstrich der durch SCREAM (1996) ausgelösten neuen Slasher-Welle ist unübersehbar. 

Positiv finde ich Jamie Lee Curtis, deren Laurie Strode hier für mich eine weitaus sympathischere und realistischere Entwicklung durchgemacht hat als in der David Gordon Green – Trilogie. Aber in diesem Zeitstrahl des Franchise ist sie auch noch Michaels Schwester, was hier natürlich besonders wichtig wird. Als Anhängsel bringt sie einen Sohn mit, der von Josh Hartnett gespielt wird. Um alles noch dramatischer erscheinen zu lassen, ist sie natürlich Alkoholikerin und lebt geschieden, hat aber bereits einen neuen Freund, der an ihrer Seite steht und von Adam Arkin verkörpert wird. Neben ein paar weiteren öden Teenie-Darstellern schleicht sich auch LL Cool J als Sicherheitsangestellter des Internats herum. Nett ist Janet Leighs Gastauftritt. 

HALLOWEEN H20 hat ein paar nette Ansätze, aber im großen Ganzen ist dieser siebte Teil zu handzahm, ausdruckslos und bieder. Am besten funktioniert der Film für mich durch die 90er-Jahre-Erinnerungbrille, sonst eher weniger. 

(Bjoern Candidus)

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