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Thunder, 1983 – ★★★

THUNDER
(Italien, 1983, Regie: Fabrizio De Angelis)

THUNDER, Fabrizio De Angelis Debütfilm, ist ein unverkennbarer Nachzügler der Rambo-Welle, in dem Fall aus Italien. Hier steht allerdings kein Vietnam-Veteran im Mittelpunkt, sondern der Indianer Thunder, gespielt von Mark Gregory, der in Arizona gegen die illegale Ausbeutung indianischen Landes kämpft.

Die Parallelen zu RAMBO (1982) sind offensichtlich. Ein Konflikt mit Cops, die Verbannung aus einer Kleinstadt und die anschließende Verfolgungsjagd kommen einem vertraut vor. Inhaltlich ist THUNDER aber weitaus einfacher gestrickt und gespickt mit den üblichen Klischeefiguren, was De Angelis Film trotzdem durchaus unterhaltsam macht. 

Was THUNDER aber abhebt, ist seine Western-Atmosphäre. Die Wüstenlandschaften und Felsformationen Arizonas sind wunderschön eingefangen, und Francesco De Masi liefert einen Score, der seine Italo-Western-Erfahrung geschickt ins 80er-Jahre-Action-Gewand überträgt. Aber auch die simple Story über rassistische Weiße, die die indigen Völker unterdrücken, vertreiben oder gar töten, ist ein weiteres Element, was im Western nicht unbekannt und bis heute aktuell ist. Dass das Thema in THUNDER natürlich nicht weiter vertieft wird, erklärt sich fast von alleine. Hier braucht man einfach nur einen Aufhänger, und mit Mark Gregory als Thunder hat man die perfekte Figur gefunden, die ins Feindbild von Deputy Barry Henson passt, in dessen Rolle Raimund Harmstorf steckt. Doch anders, als es Deputy Henson gerne hätte, ist Thunder kein Killer, sondern jemand, der sich wehrt, ohne unnötig zu töten. Der hünenhafte Mark Gregory wirkt mit seinem sanften Gesicht trotz durchtrainiertem Körper fast friedfertig, wie ein sanfter Rambo, wenn man so will. Neben Harmstorf darf noch Bo Svenson als Sheriff Bill Cook für Ärger sorgen, doch im Vergleich zu seinem rassistischen Deputy ist der noch relativ ambivalent. Unterstützung bekommt Thunder, ohne es zu wissen, von dem Reporter Brian Sherman, der von Paolo Malco verkörpert wird und die Wahrheit über die groß angelegte Verfolgungsjagd eines angeblich brutalen Indianers ans Licht zu bringen.

Die Actionszenen sind solide und wurden mit Unterstützung von Enzo G. Castellari inszeniert. Das Tempo stimmt und Langeweile kommt kaum auf. Überraschend zurückhaltend bleibt der Film allerdings bei der Gewalt. Für einen italienischen Actionfilm dieser Zeit hätte es ruhig etwas härter zugehen dürfen.

Unterm dem Strich ist THUNDER zwar wenig originell, aber handwerklich gelungen, tempo- und actionreich und dank seiner Western-Anleihen sehenswert.

(Bjoern Candidus)

←Frog Dreaming, 1986 – ★★½

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