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The Cellar, 1989 – ★★

ANTHONY II
(THE CELLAR, USA, 1989, Regie: Kevin Tenney)

Mance Cashen fährt mit seiner schwangeren Frau Emily und seinem Sohn Willy in die texanische Wüste, um dort einen Job zu finden und sich in einem Haus niederzulassen. Anfänglich geht der Plan auf, doch etwas Schreckliches lauert im Keller des Hauses der Cashen. Als der junge Willy auf einen Comanche-Medizinmann stößt, erzählt er ihm von einem Monster, was seine Väter geschaffen haben, um den Weißen Mann zu vernichten. Als Willy von einer Krallenhand attackiert wird, die aus einem Tümpel hinter dem Haus der Cashens herausschnellt, wird ihm klar, welche Gefahr hier lauert, doch niemand will ihm glauben. 

Kevin Tenney, der Filme wie den Okkult-Horrorfilm WITCHBOARD (1986) oder die schräge Dämonen-Horror-Komödie NIGHT OF THE DEMONS (1988) ablieferte, tritt hier deutlich auf die Bremse. Das Hauptproblem sind die ganzen Konflikte zwischen den Figuren, die nur wenig mit dem Monster zu tun haben. Dieses scheint man überhaupt vergessen zu haben, obwohl Willy und sein Comanchen-Freund oft genug davon sprechen. Zumindest bekommt man zwischendurch mal die Krallenhand zu sehen, aber bis man es dann (fast) in Gänze bewundern darf, vergeht gut eine Stunde. Bei dem Monster, was durchaus okay aussieht, darf man sich eine Mischung aus Werwolf und Bären ohne Fell vorstellen. Leider bewegt sich das Monster sehr hölzern. Wenn nach einem zähen Weg endlich mal Action einsetzt, ist man im Grunde schon im knappen Finale angelangt.

ANTHONY II, der nur in Deutschland als Titel-Fortsetzung zu ANTHONY (THE KINDRED, 1987) vermarktet wurde, bietet tolle Naturlandschaften voller interessanter Felsformationen, zeigt Greifvögel und Echsen und nutzt den Tag wie auch die Nacht bestens, um Atmosphäre zu erzeugen. Dabei hilft auch der starke Score. Der mystische Aspekt der amerikanischen Ureinwohner, der hier angeschnitten wird, setzt sich etwas vom gängigen Themenbereich damaliger Horrorfilme ab. Indigene Kulturen, Fetisch-Gegenstände, Rituale und Zeremonien sind nichts Unbekanntes, aber auch nichts Häufiges im Horrorkino. Filme wie z.B. DER MANITOU (1978), PROPHEZEIUNG (1979), WOLFEN (1981), POLTERGEIST 2 (1986), FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE (1989) oder als Häppchen in CREEPSHOW 2 (1987) oder SPUK AM LAGERFEUER (1990) machen solche Thema auf. Die Darsteller sind unauffällig, und man darf froh sein, das der Junior, dargestellt von Chris Miller, keine Katastrophe ist, denn der trägt den Großteil der Story. Patrick Kilpatrick und Suzanne Savoy bleiben als Willys Eltern vergleichsweise blass. Zum Ausgleich gibt es ein Wiedersehen mit Lou Perryman (THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2, 1986) als Choleriker. 

ANTHONY II bietet was für Augen und Ohren, dehnt sich aber wie Kaugummi, um dann mit einem kleinen Knall zu enden. Hätte man hier mehr Horror- und Monster-Momente gehabt, hätte sich Kevin Tenney sicherlich ein höheres Plätzchen ergattern können. 

(Bjoern Candidus)

←Seagulls Fly Low, 1978 – ★★★½
Deadly Eyes, 1982 – ★★★→

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