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The Teenage Prostitution Racket, 1975 – ★★★★

STRASSENMÄDCHEN-REPORT 
(STORIE DI VITA E MALAVITA, Italien, 1975, Regie: Carlo Lizzani)

Carlo Lizzani (SAN BABILA, 20 UHR: EIN SINNLOSES VERBRECHEN, 1976) nimmt einen hier mit auf eine unangenehme Reise in Welt minderjähriger Prostituierter. Dabei legt er den Fokus auf unterschiedliche Mädchen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Lediglich eine alte Frau, die mit einer 13-jährigen ihr Geld verdient, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film, den man als Gegenentwurf zu den zahlreichen deutschen Report-Filmen betrachten kann. Glück und Freude erfahren hier in erster Linie die Zuhälter und die Freier. Man erhält Einblicke in die Strukturen und Machenschaften der Zuhälterei. Es wird zum Beispiel ein Arzt bezahlt, der eine Jungfräulichkeit diagnostiziert, da das Mädchen so im Kurs steigt. Dabei schreckt man freilich nicht vor Gewalt zurück. Aber in erster Linie ist es die geschickte Manipulation von jungen, naiven Mädchen, denen man das Glück auf Erden verspricht. Es gibt ein paar wirklich unangenehme Szenen, die auch die Freier vorführen, denen natürlich letztlich alles egal ist, so lange ihre Geilheit befriedigt wird. Die mangelhafte Sexualaufklärung in Elternhäusern führt bis heute immer wieder zu solchen Problemen, wie sie Lizzani hier anspricht. Wenn man nicht weiß, wie der Wolf aussieht, frisst er einen. 

Lizzani widmet aber auch anderen Themen seine Aufmerksamkeit und zeichnet ein authentisches Bild von Italien in den 70er-Jahren zwischen wildem Nachtleben, Zigarettenschmuggel und Fabrikarbeit. Schön ist auch der Einblick in die Produktion von MCs (Musikkassette), die von Damen zusammengesetzt werden. Aber über allem thront natürlich die Widerwärtigkeit der Zwangsprostitution, die hier nicht mal vor Minderjährigen Halt macht. Hilfe und Unterstützung erhalten die Mädchen in dieser Welt in erster Linie untereinander, so, dass das „Frischfleisch“ direkt weiß, wie der Hase läuft. Augen zu und durch. Geld verdient. Fertig. 

Bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. Fabrizio Jovine (DIE SIEBEN SCHWARZEN NOTEN, 1977), hat man es in erster Linie mit Laiendarstellern zu tun, was die Authentizität zusätzlich erhöht. Sehr viel prominenter ist hingegen der Komponist: Ennio Morricone. Der Maestro schlägt hier passenderweise etwas schwerere Töne an.

Wer die abenteuerliche Welt der Sexualität erkunden möchte, sollte sich selbst bemühen oder mit den SCHULMÄDCHEN-REPORT-Filmen anfangen. Wer einen deprimierenden, ungeschminkten Einblick in die Welt von Zwangsprostitution haben möchte, dem sei STRASSENMÄDCHEN-REPORT empfohlen.

(Bjoern Candidus)

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