DON‘T COUNT OF US
(NON CONTATE SU DI NOI, Italien, 1978, Regie: Sergio Nuti)
Sergio Nutis (auch der Hauptdarsteller des Films) erster und letzter Film als Regisseur ist ein sehr authentisches Drogen-Drama, was 1978 auf diversen Festivals lief, dann seinen offiziellen Start hatte und kurze Zeit später für gut 40 Jahre in der Versenkung verschwand.
Es um die Beziehung zwischen Flauto und Maria, die sich frisch über den Weg gelaufen sind und um den Alltag ihrer Freunde, einer Gruppe von heroinabhängigen Menschen, die immer auf der Suche nach dem nächsten Schuss sind. Obwohl sie eine große Familie sein wollen, geht es auch um Egoismus, der einzig der Droge und ihrer Beschaffung zu verdanken ist. Dazu gibt es immer wieder Schikanen durch die Polizei und Dealer. Das realistische Bild, was hier gezeichnet wird, ist aber vor allem den Darstellern zu verdanken, die teilweise aus dem Drogenmilieu stammten. Der Film ist schnörkellos inszeniert und bietet viele realistische Eindrücke in das Leben der 70er-Jahre in Rom, die mit italienischen Folk-Songs untermalt werden.
DON‘T COUNT OF US ist ein wichtiges Zeitdokument über eine hoffnungslose Jugend. Ein abschreckender Film, der aber nie zu moralisch ist. Nuti hat nicht nur ein Film über die Schädlichkeit von Heroin gedreht, sondern auch über die schädlichen Auswirkungen eines Heroin-Verbotes.
(Bjoern Candidus)
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