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Giallo in Venice, 1979 – ★★★

GIALLO A VENEZIA 
(Italien, 1979, Regie: Mario Landi)

Fabio ist dauergeil, sehr zum Leidwesen seiner Freundin Flavia. Wenn er will, muss sie hinhalten, und besonders geil findet er es, wenn andere sie dabei beobachten. Und so vögelt sich der Architekt mit seiner Liebsten durch Venedig. Doch die Lagunenstadt wird von einer brutalen Mordserie überschattet. Das ruft den eiersüchtigen Inspektor Angelo De Pol auf den Plan, dem allerdings die nötigen Anhaltspunkte fehlen. 

In den 60er-70er-Jahren konnte Mario Landi vor allem mit seinen TV-Arbeiten und dem Kinofilm MAIGRET UND DER WÜRGER VON MONMATRE (1966) Erfolge feiern. Ein Jahr bevor er mit PATRICK LEBT! (1980) einen kleinen Klassiker des „Schundkinos“ schuf, übte er bereits mit GIALLO A VENEZIA, der insgesamt sogar noch räudiger ist. 
Landis Inszenierung kann sich nicht mal mit schönen Bildern retten, obwohl man in Venedig ist. Alles wirkt lieblos, na ja, das Meiste. Manchmal kommt auch hier ein bisschen Atmosphäre auf, und die wenigen Morde sind effektiv umgesetzt, allen voran der Mord an Mariangela Giordano, der minutiös die Beine abgesägt werden. Schön ist auch das Spiel in den Gläsern der Sonnenbrille des Killers während der Sägearbeit. Insgesamt sind die Morde in GIALLO A VENEZIA überschaubar, aber äußerst drastisch dargestellt. Mehr Aufmerksamkeit bekommt der Sex im Film, und hier wird es zusätzlich fragwürdig. Die Beziehung zwischen Fabio und Flavia ist alles andere als ein gutes Beispiel einer gesunden Beziehung, denn Flavia scheint wenig angetan zu sein, wenn Fabio sie auspeitscht, fickt oder sie mal eben von zwei Maurern vergewaltigen lässt. Da darf man zurecht erstaunt sein. Aber aus dem Staunen kommt man hier ohnehin schwer raus. Neben den grausigen Morden des unbekannten Killers und den Sexabenteuern von Fabio (Gianni Dei) und Flavia (Leonora Fani) gibt es ja noch das Gesetz, was von Inspektor Angelo De Pol vertreten wird. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, Jeff Blynn hier ständig gekochte Eier essen zu lassen, er hat ihn damit verewigt. Mich würde es allerdings auch nicht wundern, wenn Jeff selbst die Idee hatte.

GIALLO A VENEZIA ist ein brutaler, sehr schmieriger Sex-Giallo mit vielen äußerst widerlichen Figuren. Ein Film, der sich für nichts zu fein ist.  

(Bjoern Candidus)

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