UNDER THE BED – ES LAUERT IM DUNKELN
(UNDER THE BED, USA, 2012, Regie: Steven C. Miller)
Nach dem Unfalltod seiner Mutter hat Neal einige Zeit bei seiner Tante verbracht. Als er zu seinem Vater zurückzieht, der nun mit seiner Stiefmutter zusammenlebt, muss er gemeinsam mit seinem kleineren Bruder Paulie gegen eine Kreatur kämpfen, die unter ihrem Bett haust und in der Dunkelheit herauskommt.
Noch bevor die STRANGER THINGS-Gören die Mattscheibe betraten, um die 1980er-Jahre nachzuzeichnen, hatte Steven C. Miller einen ähnlichen Plan. In den 80er-Jahren bewegt man sich in dieser Independent-Produktion zwar nicht, aber Filme wie POLTERGEIST (1982), THE GATE (1987) oder MONSTER BUSTERS (1987) standen für UNDER THE BED offensichtlich Pate. Doch bei Millers Film gibt es einen eklatanten Unterschied: das Fehlen jeglichen Humors. Stattdessen hat man es mit einem depressiven Jugendlichen zu tun, der in erster Linie in Sorge um seinen kleinen Bruder ist. Zwei Jungen, die versuchen, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten und einen von Wutausbrüchen gezeichneten Vater zu ertragen und nebenbei gegen ein Monster unter dem Bett kämpfen, ruft mehr Stephen King auf den Plan. Die Ernsthaftigkeit tut UNDER THE BED gut, und mit Jonny Weston als Neal und Gattlin Griffith als Paulie hat man zwei annehmbare Jungdarsteller gecastet, die ziemlich natürlich geraten sind.
Das schmale Budget (1 Millionen US-Dollar) wurde gut verteilt. Man spart an Schauplätzen, hat spärlich eingerichtete Räume, liefert aber zum Ausgleich meist praktische Effekte und einen Mann im Monsterkostüm für den Retrocharme. Der Film ist insgesamt recht düster gehalten, wovon vor allem die Horror-Szenen profitieren, in denen man nie zu viel sieht. Miller hält die Atmosphäre aufrecht, liefert sehr dosiert den ein oder anderen Schock-Effekt, aber fokussiert sich in erster Linie auf Neal und Paulie.
Es gibt kleinere Hänger in der Mitte und die Darstellung des Vaters ist etwa überzogen, aber unter dem Strich ist Miller mit UNDER THE BED ein ordentlicher Teenager-vs.-Monster-Horrorfilm gelungen, der bekannte Zutaten nutzt, ohne sie auszureizen.
(Bjoern Candidus)