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The Last Voyage of the Demeter, 2023 – ★★

DIE LETZTE FAHRT DER DEMETER
(THE LAST VOYAGE OF THE DEMETER, GB, USA, Deutschland, Kanada, Indien, 2023, Regie: André Øvredal)

Bei der Überfahrt der Demeter von Varna nach Whitby kommt es zu einem vampirischen Überfall durch den Grafen Dracula, der sich samt seiner Kisten voller Heimaterde auf dem Schiff befindet.

Ein winziges Kapitel eines umfangreichen Romas einen ganzen Spielfilm zu widmen klingt erst mal sonderbar, aber es geht schließlich um „Dracula“ (1897) von Bram Stoker. Genauer geht es um das Kapitel „Logbuch der Demeter“. In einigen Dracula-Adaptionen wird die Schifffahrt von Varna nach Whitby durchaus aufgegriffen, aber ähnlich kurz abgehandelt wie im Roman selbst.  

Die Idee, eben genau dieses Kapitel zu verfilmen, kursierte seit einigen Jahren, und grundsätzlich stand ich dieser auch immer recht aufgeschlossen gegenüber. Auch Regisseur André Øvredal erweckte eine gewisse Hoffnung, da mir sein Horrorfilm THE AUTOPSY OF JANE DOE (2016) gut gefallen hat. Und während der vermochte mich zu gruseln, hat es DIE LETZTE FAHRT DER DEMETER geschafft, mich zu langweilen, gar zu nerven. 

Rein visuell ist der Film okay. Die anfänglichen Hafen-Szenen wirken recht aufwändig und lassen die Inszenierung groß wirken, was durch den Meeresblick zusätzlich verstärkt wird. Was hier echt ist und was am Rechner entstanden ist, lässt sich tatsächlich schwer nachvollziehen, was eigentlich ein gutes Zeichen ist. Auch im späteren Verlauf mischen sich immer wieder CGI-Momente rein, die aber größtenteils sehr dezent sind und gut kaschiert wurden, da sich der Film nach der Abfahrt der Demeter ohnehin sehr düster zeigt. In dieser Finsternis verweilt die Inszenierung dann auch größtenteils, was auch gut ist und zumindest für etwas Atmosphäre sorgt. Doch das rettet DIE LETZTE FAHRT DER DEMETER auch nicht vor dem Zusammenbruch. Abgesehen von Liam Cunningham als Captain Eliot, der noch ein bisschen Charme reinbringt, krankt Øvredals Film an seinen Klischeefiguren, die langweilig und austauschbar sind. Diese werden angeführt von Corey Hawkins als Clemens und Aisling Franciosi als Anna. Und nicht mal David Dastmalchian, der mich in LAST NIGHT WITH THE DEVIL (2023) ziemlich überzeugen konnte, kann hier Eindruck machen. Zur völligen Nebenfigur verkommt Dracula selbst. Dracula zeigt sich permanent in seiner Fledermausmonsterform, wie man sie in etwa in Coppolas 92er-Adaption gesehen hat, dazu mischt sich etwas Nosferatu und Kurt Barlow (Hooper-Version). Das ist soweit nicht verwerflich, doch es mangelt hier an Präsenz, Wirkung und Einblicke. Selten wurde ein Dracula so lieblos, fade und nebensächlich in Szene gesetzt. Ein armseliges Monster, was die Besatzung eines Schiffes dezimiert, mehr nicht. Auch auf dem Gore-Sektor wird kaum etwas Nennenswertes geliefert. Ein bisschen Blut hier, ein paar Verbrennungen dort. Große Gewaltmomente braucht so ein Film natürlich sowieso nicht, hätte aber hier vielleicht ein bisschen was retten können. Es mangelt einfach komplett an Schauwerten. 

DIE LETZTE FAHRT DER DEMETER ist ein hohler, spannungsarmer, mal wieder viel zu langer (fast 2h) Horrorfilm, der aber immerhin ganz nett aussieht. Leider lässt das überflüssige Ende Böses in Sachen Fortsetzung erahnen, aber die muss ich mir ja erst gar nicht antun. 

(Bjoern Candidus)

←Ride the High Country, 1962 – ★★★★
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