DIE NACHT DER LACHENDEN LEICHEN
(THE HOUSE IN NIGHTMARE PARK, GB, 1973, Regie: Peter Sykes)
Foster Twelvetrees ist ein nur wenig talentierter Shakespeare-Schauspieler mit Solo-Programm. Er bekommt ein Angebot für einen Auftritt in einem abgelegen Herrenhaus, den er dankend annimmt. Doch hinter den Fassaden der Henderson braut sich etwas zusammen. Stewart und seine Schwester Jessica Henderson wissen nämlich, wer Foster Twelvetrees genau ist: der uneheliche Sohn und Erbe ihres verstorbenen Vaters, was Foster Twelvetrees nicht mal selbst weiß. Genauso weiß er nicht, wo die Diamanten versteckt sind, auf die es Stewart, Jessica und die anderen Brüder abgesehen haben.
Von den lachenden Leichen, die der deutsche Titel spricht, ist in Peter Sykes (DIE BRAUT DES SATANS, 1976) Grusel-Thriller-Komödie leider nichts zu sehen. Sykes Erbschaftsfilm zeigt sich visuell und vom Setting stets wie ein britischer Horrorfilm der 60er- und 70er-Jahre. Es gibt eine Kutsche in der Dunkelheit und den Kutscher, der nicht weiterfahren möchte, einen finsteren, nebeldurchzogenen Park und ein finsteres, viktorianisches Herrenhaus. Für die Innenaufnahmen dienten die berühmten Pinewood Studios, die der Inszenierung zu jederzeit zugute kommen. Die Studio Kulissen sind wirklich bezaubernd. Dunkelgrüne Korridore, farbige Fensterscheiben und eine hochwertige Ausstattung sorgen für die nötige Gruselatmosphäre. Besonders schön ist auch ein ausgefallenes Schlangenterrarium. Zudem ist die Fotografie von Ian Wilson sehr gelungen. Interessante Perspektiven und schräge Blickwinkel beleben das Geschehen.
Was bei DIE NACHT DER LACHENDEN LEICHEN leider nur wenig bis gar nicht funktioniert, ist der Humor und die Situationskomik, die sich recht penetrant durchzieht. Die meisten Sprüche und die krampfhaft inszenierten komischen Momente zünden nicht, und wenn, sind sie eher dem sonderbaren Schauspiel von Frankie Howerd als Foster Twelvetrees geschuldet. Auch wenn die Erbschaftsgeschichte abgedroschen ist und die Humorebene wackelt, sind es immerhin noch die Darsteller, die die Inszenierung retten können. Neben Frankie Howerd ist der wunderbare Ray Milland als Stewart Henderson an Bord. Schön ist auch ein Wiedersehen mit Rosalie Crutchley als Jessica Henderson, die hier ähnlich griesgrämig daherkommt wie in THE HAUNTING (1962). Die verschrobenen Figuren machen im Grunde schon Spaß, aber das Drehbuch ist ihnen dazwischengekommen.
DIE NACHT DER LACHENDEN LEICHEN ist eine maue Komödie mit Horror-Elementen, die aber sehr gut aussieht und mit charmanten Darstellern aufwartet.
(Bjoern Candidus)