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Four of the Apocalypse, 1975 – ★★★★

VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN
(I QUATTRO DELL’APOCALISSE, Italien, 1975, Regie: Lucio Fulci)

Stubby, Clem, Bud und Bunny, die „vier Reiter der Apokalypse“ (wie es der Originaltitel verlautet) schlagen sich nach ihrem Gefängnisaufenthalt, der abrupt endet, durch die Wüste. Dann stoßen sie auf den Mexikaner Chaco (Milián), dem sie dummerweise vertrauen. Ihre Reise entwickelt sich immer mehr zu einem Abstieg in Hoffnungslosigkeit.   

Lucio Fulci, der durchaus kein Unbekannter im Italowestern ist, zeigt hier einmal mehr seine oft nihilistische Gangart, die er bereits davor, aber noch mehr danach anschlug. Niederträchtig und garstig geht es auch hier zur Sache, und VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN gehört in in Sachen grafischer Gewalt zu den härtesten Vertretern seiner Zunft. In der ersten Hälfte gibt es einige drastische Momente wie blutige Einschüsse, eine Häutung bei lebendigem Leibe, die Tötung mit einer Nadel eines Sheriffsterns, die in ein Herz getrieben wird und die Vergewaltigung einer Schwangeren.

Aber es ist nicht nur die apokalyptische, teils gespenstische Atmosphäre, die hier packt, sondern auch die unterschiedlichen Charaktere, die gut gezeichnet wurden. Fabio Testi ist Stubby, ein durchtriebener Spieler, Michael J. Pollard spielt Clem, einen Trinker, Harry Baird ist Bud, der ordentlich einen an der Waffel hat und Lynne Frederick ist die schwangere Prostituierte Bunny. Und dann ist da noch Tomás Milián als Mexikaner Chaco, der hier alles andere als lustig ist. Solch einen Finsterling hat Milián selten verkörpert. Zum weiteren Repertoire gehören: Donald O‘Brien, Bruno Corazzari und Charles Borromel. Neben Songs von The Cook & Benjamin Franklin Group, steuern Fabio Frizzi, Franco Bixio und Vince Tempera den Score hinzu, der aber nicht sonderlich prägnant ist.

VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN ist eine Art Roadmovie-Western-Drama, in dem jeder nach und nach sein Fett wegbekommt. Die tolle Fotografie stammt von Meister Sergio Salvati. Fulci liefert viele abwechslungsreiche Schauplätze. Neben der Wüste und den kargen Bergen von Almería gibt es Geisterstädte und waldige und verschneite Gegenden (Österreich) zu bewundern. Auf dieser hoffnungslosen Reise gibt es immer was zu entdecken. Aber Fulci schlägt auch gefühlvolle Töne an, wenn sich z.B. ein ganzes Lager von Männern liebevoll um ein frisch geborenes Baby kümmert. 

VERDAMMT ZU LEBEN – VERDAMMT ZU STERBEN hebt sich inhaltlich etwas vom Gros der Italowestern ab, was mitunter auch daran liegen könnte, dass er ein später Vertreter ist. Im Gesamtwerk gehört er zu den stärksten Filmen Fulcis, der hier all seine Facetten zeigt. 

(Bjoern Candidus)

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