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Marketa Lazarová, 1967 – ★★★★½

MARKETA LAZAROVÁ
(Tschechoslowakei, 1967, Regie: Frantisek Vlácil)

Es ist wirklich nicht einfach, dieses Monster von Film in Worte zu fassen, denn Regisseur und Drehbuchautor Frantisek Vlácil benutzt hier nahezu jedes Werkzeug, was das Medium Film so spannend macht. Ich habe selten ein authentischeres Bild vom Mittelalter kredenzt bekommen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde nimmt einen der Film, den Kritiker als denn besten tschechischen Film aller Zeiten bezeichnen, auf eine wahrhaft düstere Reise durch das mittelalterliche Böhmen mit. Gier, Raub, Mord, Liebe, Hass, Macht und Unterdrückung stehen in diesem Film auf der Tagesordnung. Die Schwarzweiß-Fotografie, die die verschneiten Felder und Wälder; Menschen und Tiere einfängt, kann exzellenter nicht sein. Hier war ein Meister am Werk, der es verstanden hat, Schönheit und Grausamkeit gleichzeitig heraufzubeschwören und einzufangen. Zwischen den sehr realen Bildern, die mit Gewalt gespickt sind, bekommt der Zuschauer auch immer wieder mysteriöse und gespenstische Moment zu sehen, die mir mehr als einmal eine Gänsehaut bescherten, und der stimmungsvolle Soundtrack von Zdenek Liska trägt meisterlich dazu bei. Die Besetzung ist ein weiterer Punkt, der den Filmbegeisterten in ungeahnte Höhen treiben dürfte. 

Das Christentum wird hier ebenfalls wie das Heidentum porträtiert und zeigt deutlich auf, dass beide Seiten stinken und mit Blut behaftet sind. In dieser Welt würde ich keine Sekunde atmen wollen.

Auf MARKETA LAZAROVÁ muss man sich aber einlassen wollen, und man sollte sich weder durch die Spielzeit von 150 Minuten noch vom Originalton abschrecken lassen, denn hier ist keine Sekunde langweilig, aber dennoch schwer wie Blei. 

MARKETA LAZAROVÁ ist jetzt 58 Jahre alt und trotzdem wirkt er so frisch, wie gerade gedreht, was kaum möglich wäre, denn solche Filme sind heute schwer bis gar nicht mehr machbar. Er verlangt dem Zuschauer viel ab, aber dafür gibt er auch viel zurück, sehr viel sogar. Ganz stark! 

(Bjoern Candidus)

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