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Raiders of Atlantis, 1983 – ★★★

ATLANTIS INFERNO

(I PREDATORI DI ATLANTIDE, Italien, Philippinen, 1983, Regie: Ruggero Deodato)

Durch die Strahlung eines auf dem Meeresgrund liegenden Atom-U-Boots kommt es zu einem Seebeben, was für kurze Zeit die Überreste der Stadt Atlantis an die Meeresoberfläche transportieren. Das hat zur Folge, dass eine Forschungsstation zerstört wird. Ein paar können sich mit Hilfe von zwei Kriminellen retten, die sie mit ihrem Boot auf eine Insel bringen. Doch dort beginnt erst der Schrecken, denn eine barbarische Gang, die Raiders, steht unter dem Bann einer Macht, die sie aus Atlantis her steuert. 

Hatten sich die Regie-Kollegen D‘Amato, Martino, Castellari usw. im Jahre 1983 vor allem in der endzeitlichen Wüste aufgehalten, steuerte Deodato mit ATLANTIS INFERNO das Meer an. Das Ergebnis wurde ein wilder Mix aus Abenteuer-, Action- und Fantasyfilm mit einer unterhaltsamen Besetzung. Im Gegensatz zu ENDGAME oder METROPOLIS 2000 wurden die Welt (die Story ist 1994 angesiedelt) hier noch nicht Opfer eines Atomkriegs, und deshalb passt Deodatos Film auch nicht wirklich in die Reihe der italienischen Endzeitfilme, sondern streift mehr das Fantasy-Abenteuerkino. Dennoch bedient sich Deodato an bekannten Elementen und lässt hier die Raiders auftauchen, die mit ihren auffälligen Autos und Motorrädern für Angst und Schrecken sorgen. Die wild gestylten Typen in Leder und bizarrem Make-up wurden ebenso wie in den anderen Filmen jener Tage durch MAD MAX 2 (1981) inspiriert. Auf der anderen Seite sind die Überlebenden einer Katastrophe, u.a. bestehend aus Christopher Connelly, Tony King, Ivan Rassimov, George Hilton und Michele Soavi. Und diese Herschafften liefern sich massig Verfolgungen und Schießereien, die ATLANTIS INFERO zu einem enorm actionreichen Vergnügen machen. Kämpfe in brennenden Häuserruinen und Straßenschlachten mit gespannten Drahtseilen, die Köpfe vom Rumpf von bizarren Typen trennen, sind der Zucker dieser Inszenierung. Das alberne Auftauchen des restlichen Atlatis, was durch eine riesige Glaskuppel geschützt wird, verkommt fast zur Nebensache, bis es dann im letzten Drittel wieder näher rückt. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Filmen, CANNIBAL HOLOCAUST (1980) und DER SCHLITZER (1980) hält sich Deodato hier in Sachen Gore etwas zurück. Dennoch gibt es ein paar blutige, gut gemachte Momente, die die Inszenierung aufwerten.

Nicht alles ist astrein inszeniert, einiges sogar schlecht, und manchmal ist der Schnitt wenig elegant, aber im großen Ganzen sieht ATLANTIS INFERO ordentlich aus und liefert durch unterschiedliche Schauplätze viel Abwechslung. Zusätzlich darf man sich mal wieder auf die Gebrüder de Angelis freuen, die einen guten Score produziert haben. 

Bei ATLANTIS INFERNO sollte man sich rein auf die Schauwerte konzentrieren. Man sollte die hölzerne Action und die atmosphärischen Schauplätze genießen, aber auf gar keinen Fall länger über die krude Geschichte nachdenken, die einem hier nebenbei erzählt wird.

(Bjoern Candidus)

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