THE HOUSE OF THE DEVIL
(USA, 2009, Regie: Ti West)
Samantha, eine junge Studentin, braucht Geld. Da kommt ihr der Gesuch eines Babysitters an einem Schwarzen Brett wie gelegen. Doch die Sache hat einen Haken, denn eigentlich soll Samantha auf die alte Mutter von Mr. Ulman aufpassen, da er mit seiner Frau für ein paar Stunden aus dem Haus muss. Widerwillig nimmt sie den Job an, der ihr immerhin 400$ einbringen sollen.
Mit THE HOUSE OF THE DEVIL hat Ti West (THE INNKEEPERS, 2011) eine sehr gelungene 70er- / 80er-Jahre-Okkult-Horrorfilm-Hommage geschaffen, die sich alle Zeit nimmt, um sich zu entfalten. Durch den langsamen Aufbaues der Geschichte schafft West von Beginn an, eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen, und das triste, winterlichen Wetter und der wirklich unheimliche Score von Jeff Grace tragen dazu bei. Der ganze Stil wirkt tatsächlich komplett aus der Zeit gefallen, und West kann einem glaubhaft weiß machen, sein Film wäre bereits 30 Jahre alt. Trotz dem nostalgischen Anstrich wirkt THE HOUSE OF THE DEVIL nie aufdringlich „retro“ und gibt sich mit Kleinigkeiten, wie einem Walkman und einem Telefon zufrieden.
Lange Zeit hält sich West mit Schockeffekten oder anderem plakativem Horror zurück. Der wunderbare Tom Noonan sorgt als Mr. Ulman erst mal über Telefon für Gänsehaut, bis Samantha ihn und seine Frau wegen des „Babysitter-Jobs“ aufsucht. Mrs. Ulman wird von Mary Woronov dargestellt, die einem, wie Noonan, ein schauriges Gefühl einjagt, wenn sie nur den Mund aufmacht. Ein perfekt besetztes Paar, was zu keiner Zeit das Vertrauen des Zuschauers gewinnen möchte. Spätestens ab dem Betreten des Hauses der Ulmans, stehen die Zeichen auf Finsternis. Jocelin Donahue hinterlässt als Samantha einen guten Eindruck. Ihre Figur ist zwar etwas naiv gezeichnet, aber sie passt sehr gut in die Rolle eines 80er-Jahre-Girls. Die Darsteller sind nicht zu verachten und machen einen Großteil der Stärke des Films aus.
THE HOUSE OF THE DEVIL zieht sich eindrücklich von Minuten zu Minute wie eine Schlinge enger um den Hals. West hat hier einen puren Horrorfilm gezaubert, den ich immer wieder gerne schaue.
(Bjoern Candidus)