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Don’t Go in the House, 1979 – ★★★★

DAS HAUS DER LEBENDEN LEICHEN
(DON‘T GO IN THE HOUSE, USA, 1979, Regie: Joseph Ellison)

Als Donnys geliebte Mutter stirbt, die ihren Sohn jahrelang unterdrückt und gefoltert hat, konserviert er ihren Leichnam und kann endlich tun und lassen, was er will. Sehr zum Leidwesen der Frauen, die auf seine hilfsbreite Masche hereinfallen, überwältigt und anschließend bei lebendigem Leibe verbrannt werden.   

Zwei Filme kommen einem bei DAS HAUS DER LEBENDEN LEICHEN unweigerlich in den Sinn: der damals 19 Jahre alte PSYCHO (1960) und der ein Jahr später entstandene MANIAC (1980). Den Einfluss, den Hitchcocks Bloch-Adaption auf Joseph Ellison hatte, liegt auf der Hand. Auch hier gibt es eine dominante Mutter, die auch über ihren Tod hinaus auf ihren Sohn Einfluss nimmt. Aber es sind auch noch andere weibliche Stimmen, die Donny Kohler, den Psychopathen dieses Films, im Kopf herumspuken und ihn zum Täter und Opfer gleichermaßen machen.

Trotz, dass Ellison offensichtlich das Publikum schockieren wollte, hat er seiner Hauptfigur, Donny Kohler, die komplette Aufmerksamkeit gewidmet und lässt ihn fast in jeder Szene auftauchen, um ihn in seinem Alltag zu begleiten, wie später in William Lustigs MANIAC. Gleiches hat bereits Marc B. Ray in BLUTBAD DES SCHRECKENS (1973) gemacht, dessen Ende für diesen wie für MANIAC Pate gestanden haben könnte. 

DAS HAUS DER LEBENDEN LEICHEN lebt von der Kraft der Bilder. Die Schauplätze sind authentisch, greifbar und passen sich der Grundstimmung von Donny hervorragend an. Alles wirkt bedrückend, finster und hoffnungslos. Dan Grimaldi passt als Donny Kohler perfekt ins Bild. Nach außen ist er ein introvertierter Typ, der alles andere als die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, aber im Inneren lodert ein Feuer, im wahrsten Sinne. Seine feurige Leidenschaft lebt er nicht nur auf seiner Arbeit in einer Verbrennungsanlage aus, sondern auch privat, wenn er Frauen mit einem Flammenwerfer röstet. Hier geht Ellison in die Vollen und zeigt eine explizite Verbrennung, die mich schlucken lassen hat. Auch wenn DAS HAUS DER LEBENDEN LEICHEN insgesamt gar nicht viele Schockeffekte zu bieten hat, sind die wenigen äußerst wirkungsvoll. Die morbide Atmosphäre, die sich durch Donnys heruntergekommenes Haus zieht, unterstreicht das menschenfeindliche Gesamtbild, was Ellison hier gezeichnet hat. 

DAS HAUS DER LEBENDEN LEICHEN ist ein düsteres, brutales Psychogramm im Rahmen des Grindhouse-Kinos. 

(Bjoern Candidus)

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