TARANTULA
(USA, 1955, Regie: Jack Arnold)
Professor Deemer experimentiert in einer Kleinstadt mitten in der Wüste von Arizona an dem Wachstum von Ratten, Mäusen, Meerschweinchen und einer Vogelspinne. Als es zur einem Übergriff von einem seiner Kollegen kommt, wird das Terrarium der Spinne zerstört. Die Spinne entkommt und wird fleißig größer, bis sie zu einer Gefahr für die gesamte Gegend heranwächst.
Wenn ich an das Monsterkino der 50er-Jahre denke, habe ich unweigerlich eine riesige Vogelspinne vor Augen, die sich langsam über einen Hügel erhebt. Wie FORMICULA (1954) gehört auch TARANTULA zu den Entdeckungen meiner Kindheit. Filme, die mein Interesse für Monster geweckt und mich bis heute geprägt haben. Der gute Jack Arnold hat mich gleich mehrfach fasziniert, aber mit seiner Riesenspinne konnte er mein jugendliches Herz am meisten gewinnen.
Von der ersten Minute an stehen die Zeichen auf Unheil. Ein grauenhaft entstellter Mann kämpft sich durch eine steinige Wüstenlandschaft durch die der Wind heult. Wenig später stirbt der Mann und wirft schließlich Fragen bei dem ansässigen Arzt auf. Hier baut Arnold durchaus Spannung auf und stellt einem mit John Agar, Maria Corday, Leo G. Carroll gute, wenn auch wenig sympathische Darsteller zur Verfügung. Clint Eastwood sei höflichkeitshalber in seiner Gastrolle als Pilot eines Kampfjets auch noch erwähnt. Der Star des Films hat allerdings acht Beine. Die Spinnen-Tricks sind wirklich gut gemacht und bestehen in erster Linie aus Aufnahmen einer echten Vogelspinne die vor Rückprojektion einkopiert wurde. Hin und wieder kommt auch ein Modell zum Einsatz, was sich ebenfalls sehen lassen kann. In den Spinnen-Momenten hat Arnold sehr dichte Bilder geschaffen, die sich in die Filmgeschichte eingebrannt haben.
TARANTULA ist ein ausgewogener Monsterfilm mit tollen Tricks und einer unheimlichen Atmosphäre, der sich Themen wie weltweiter Lebensmittelknappheit und schlimmen Krankheiten wie Akromegalie annimmt und sie geschickt für sich nutzt.
(Bjoern Candidus)