DAS ERWACHEN DER SPHINX
(THE AWAKENING, GB, 1980, Regie: Mike Newell)
Bei Ausgrabungen in Ägypten öffnet der Archäologe Matthew Corbeck das Grab der Pharaonin Kara. Dabei erwacht der böse Geist von Kara, die vor 3800 Jahren für ihre Grausamkeiten gefürchtet war. Schließlich fährt Karas Geist in Corbecks Baby, was gerade zur Welt gekommen ist. 17 Jahre später entfaltet sich der Fluch Karas und bringt Unheil über die Corbecks.
Der Mumien-Horrorfilm ist bis heute recht überschaubar, trotz erfolgreicher Kinofilme wie DIE MUMIE (1999). Mike Newell kombiniert mit DAS ERWACHEN DER SPHINX die damals angesagten Themen des Abenteuer- und des Okkult-Horrorfilms. Die Geschichte basiert auf Bram Stokers Vorlage „The Jewel of Seven Stars“ (1903), die bereits 1971 als DAS GRAB DER BLUTIGEN MUMIE adaptiert wurde. In eine ähnliche Kerbe schlug auch Lucio Fulci mit AMULETT DES BÖSEN (1982), der weitaus unterhaltsamer ist als DAS ERWACHEN DER SPHINX.
Anfänglich macht Newells Inszenierung einen guten Eindruck. Der Wüstenschauplatz, der im Horror-Genre kaum ausgereizt wurde, macht Spaß und erinnert an DER EXORZIST (1973) und HOLOCAUST 2000 (1977). Eine mystische Aura liegt über den Bildern, die durch den Score von Claude Bolling verstärkt wird. Doch der positive Eindruck wird getrübt, wenn Charlton Heston das Spielfeld betritt und auf den Spuren des alte Ägyptens zu wandeln. Nicht, dass Charlton Heston je eine sympathische Ausstrahlung gehabt hätte, aber hier läuft er wirklich komplett neben der Spur und reißt als Archäologe Matthew Corbeck alles mit runter. Leider bringen auch Susannah York, Jill Townsend und Ian McDiarmid nicht mehr Leben in DAS ERWACHEN DER SPHINX. Alles und jeder wirkt deprimiert oder fehlplatziert.
Nach den ersten 25 Minuten, die trotz schöner Bilder vor sich hin plätschern, kommt ein wenig mehr Leben in den Film, wenn es einen Zeitsprung gibt und die Geschichte nach London verlagert wird. Spannender wird Newells Film dann allerdings auch nicht. Es gibt immer wieder ein paar atmosphärische Bilder und den ein oder anderen Horror-Effekt, aber es ist das ständige Geschwätz, was die Inszenierung immer wieder ausbremst.
DAS ERWACHEN DER SPHINX ist ein zäher Mumien-Horrorfilm mit übellaunigen Figuren, der sich selbst im Weg steht. Schade, denn Potential wäre durchaus vorhanden gewesen.
(Bjoern Candidus)