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The Ghost and the Darkness, 1996 – ★★★

DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT
(THE GHOST AND THE DARKNESS, Deutschland, USA, 1996, Regie: Stephen Hopkins)

Stephen Hopkins hat sich hier dem Buch „Die Menschenfresser von Tsavo“ (1907) angenommen, was der britische Soldat, Jäger und Ingenieur John Henry Patterson über seine Erlebnisse mit zwei äußerst gefräßigen Löwen in Afrika schrieb. Patterson wurde 1898 vom britischen Empire nach Afrika geschickt, um den Bau einer Brücke zu überwachen. Des nächtens wurde das Lager der Arbeiter immer wieder von zwei Löwen angegriffen, die die Arbeiter aus ihren Zelten zogen, verschleppten und fraßen. 

In DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT schlüpft Val Kilmer in die Rolle von John Henry Patterson, der eine durchaus ordentliche Figur macht und gut zum afrikanischen Setting passt, zumindest als Dekoration. Leider konnte man es sich nicht verkneifen, der Figur des Patterson noch einen weiteren Jäger an die Seite zu stellen, der rein fiktiv ist. In dem Fall ist es Michael Douglas als Charles Remington. Wie gerne ich Douglas auch sehe, aber als Wildjäger hat er für mich überhaupt nicht funktioniert. Als langhaariger Laberkopf mit Hut und Gewehr wirkt er befremdlich und fürchterlich kostümiert. Er hätte lieber nur der Produzent des Filmes bleiben sollen. Egal, Kilmer wirkt dadurch nur noch besser, und der hat ja noch den Afrikaner Samuel (John Kani) an seiner Seite, von dem allerdings auch nicht viel Aktion kommt, außer Angst zu zeigen. 

Rein visuell ist DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT sehr schön geraten. Vilmos Zsigmond hat die sonnendurchflutete Savanne von Kenia prächtig eingefangen. Neben den beiden Löwen, die nur in wenigen kurzen Momenten am Rechner entstanden sind, bekommt man Gnus, Giraffen, Hyänen und Nilpferde zu sehen, die die reizende Natur durchstreifen. Die Löwen sind sehr bedrohlich in Szene gesetzt und liefern überzeugende Angriffe, die durch schnelle Schnitte unterstützt wurden. Trotz meiner Liebe für Jerry Goldsmith konnte mich der Herr mit seinem Score diesmal überhaupt nicht abholen. Als klingt zu glatt, zu kalt, zu heroisch, zu typisch 90er für meine Ohren. 

DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT ist ein handwerklich gelungenes Action-Abenteuer-Drama mit Tierhorror-Elementen und einer dichten Atmosphäre, was mich allerdings inhaltlich völlig kaltgelassen hat. 

(Bjoern Candidus)

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