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Duck, You Sucker, 1971 – ★★★★½

TODESMELODIE
(GIÙ LA TESTA, Italien, Spanien, 1971, Regie: Sergio Leone)

Während des mexikanischen Bürgerkriegs begegnet der Bandit Juan Miranda und seine sechs Söhne dem irischen Dynamit-Experten John H. Mallory, den sie als Tresorsprengmeister für die Bank in Mesa Verde gewinnen wollen. Doch der ist wenig begeistert und sucht schließlich das Weite, nachdem er eigentlich Juan und seinen Anhang in die Luft sprengen wollte. Doch dann begegnet man sich erneut und der Plan, den Tresor der Bank in die Luft zu sprengen, wird in die Tat umgesetzt. 

Sergio Leone liefert mit TODESMELODIE den zweiten Teil seiner Amerika-Trilogie, der inhaltlich allerdings keine Verbindung zu SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD (1968) und ES WAR EINMAL IN AMERIKA (1984) aufweist. Rein visuell geht Leones Western-Odyssee nahtlos über. Die Fotografie von Giuseppe Ruzzolini ist fabelhaft. Die Totalen, die die Wüste und Berge von Almería zeigen sind ebenso eindrücklich wie die Close-ups auf die Gesichter. Und wo wir schon bei Gesichtern sind: hier sind zwei ganz große dabei. Zum einen ist es Rod Steiger, der als Mexikaner Juan Miranda eine herrlich verschrobene Performance abliefert, zum anderen ist es James Coburn, der als John H. Mallory an Coolness kaum zu überbieten ist. Zwei unterschiedliche Typen, deren Gesichter wie geschaffen wurden, um in einem Sergio Leone Film verewigt zu werden. In Rückblenden gibt es einen noch jungen David Warbeck zu sehen, während in der Gegenwart Antoine Saint-John als Colonel Gutiérrez einen höchst widerlichen Auftritt hinlegt. Eine weitere wichtige Figur ist Dr. Villega, der von Romolo Valli dargestellt wird. 

TODESMELODIE ist vor allem ein Film über Freundschaft, Verrat, Rache und Vergebung. All diese Themen hat Leone meisterlich verpackt und liefert nebenbei Action mit vielen Explosionen, die zu den schönsten ihrer Art gehören, wie ich finde. Neben den echten Sprengungen wurde auch Antonio Margheriti für diverse Modell-Aufnahmen hinzugezogen, die perfekt in den Film montiert wurden. Auffällig ist die sehr harte Gewalt. Es gibt einige explizite Kopfschüsse und eine Höhle voller Leichen, die die mexikanischen Soldaten zu verantworten haben. Immer wieder bekommt man Erschießungen unter dem Befehl von Colonel Gutiérrez mit, die die Gräben mit Leichen füllen. 

Wie in all seinen anderen Western wirkt auch TODESMELODIE wie aus einem Guss, ist perfekt ausgestattet, bietet eine dichte Atmosphäre und einen weiteren wunderschönen Score von Ennio Morricone, der hier mal wieder sehr facettenreich ist.

TODESMELODIE ist ein harter und spannend inszenierter Italowestern, der mit Steiger und Coburn glänzend besetzt wurde und knapp 160 Minuten wie im Flug vergehen lässt. 

(Bjoern Candidus)

←Silent Night, Deadly Night, 1984 – ★★★
Lucky, the Inscrutable, 1967 – ★★½→

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