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Hellraiser: Judgment, 2018 – ★★½

HELLRAISER: JUDGMENT
(USA, 2018, Regie: Gary J. Tunnicliffe)

Die drei Detektives Sean und David Carter und Christine Egerton sind auf der Suche nach einem Serienmörder, der sich die Zehn Gebote zum Vorbild nimmt. Besonders Sean ist besonders eifrig und geht allein in ein Haus, was der Mörder betreten haben soll. Doch statt den diesen zu finden, stößt er auf Cenobiten, die nur auf ihn warten, um ihn zu verurteilen, den Sean hat selbst ein düsteres Geheimnis. 

Seit HELLRAISER III – HELL ON EARTH (1992) hat Gary J. Tunnicliffe beim Franchise vor allem als Make-up-Künstler gearbeitet, der hier endlich selbst Regie führen durfte. 
Ähnlich wie in HELLRAISER V – INFERNO (2000) bewegt sich HELLRAISER: JUDGMENT im Rahmen eines Detective-Serienmörder-Thrillers à la SIEBEN (1995), der drei Ermittler auf den Plan ruft. Eine Spur führt zu einem scheinbar verlassenen Haus. Dumm nur, dass das Haus eine Art Grenze zwischen unserer und der Welt der Cenobiten darstellt, in dem eine Art Gericht abgehalten wird. Dort diskutiert Pinhead und sein Anhang über Inquisitionen und Sorgen im Alltag der Hölle. Sünden, Bestrafungen, Folter und Umwandlungen stehen auf dem Tagesplan. Das Haus dürfte dem Fan bekannt sein, lautet die Adresse doch 55 Ludovico Place. Ob es wirklich das Haus der Cottos aus HELLRAISER (1987) darstellen soll, ist fraglich, da das Original in England und dieser Teil in den USA spielt. Wichtig ist ohnehin nur das, was sich im Inneren abspielt. Dort erlebt man dann einige surreale, verstörende und sadistische Szenen, die in einer sonderbaren Videoclip-Ästhetik daherkommen, die etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die Effekte an sich können sich sehen lassen und sind eine schöne Weiterentwicklung derer aus HELLRAISER – REVELATIONS (2011). Auch das SM-Fetisch-Cenobiten-Design ist kreativ und ansehnlich. Im Vergleich zu den letzten Teilen hat man zumindest wieder etwas mehr gewagt. Auch hier räumt man Pinhead kaum mehr Spielraum ein als in seinen Vorgängern. Glücklicherweise. So grottig wie Stephen Smith Collins Pinhead in HELLRAISER – REVELATIONS gespielt hat, ist Paul T. Taylor nicht, aber er ist auch nicht weit davon entfernt. Er wirkt hölzern und frei von Charisma. Das Schlimmste ist aber das uninspirierte Gerede von Pinhead. Etwas interessanter sind da Figuren wie The Auditor, der die Sünden des Angeklagten zu Papier bringt und The Assessor, der die Sünden des Angeklagten frisst. In diesen Szene ist der Filmlook durchaus okay, doch außerhalb des Hauses wirkt HELLRAISER: JUDGMENT wie ein billiger TV-Film aus den 2000er-Jahren, was zu der ausgelutschten Serienmörder-Story passt. Hier bekommt man es dann mit dem Detektive-Trio Sean, David und Christine zu tun, die von Damon Carney, Randy Wayne und Alexandra Harris dargestellt werden. Die sind zwar allesamt wenig sympathisch, besitzen aber mehr Talent, als die meisten Kollegen aus den Vorgängerfilmen. Wer genau hinschaut, erblickt auch NIGHTMARE ON ELM STREET-Legende Heather Langenkamp, die einen kurzen Gastauftritt hat. 

HELLRAISER: JUDGMENT ist ein gut gemeinter Versuch, denn Karren aus dem Dreck zu ziehen. Ein paar nette Masken, ein bisschen Folter, Blut, Kotze und eine halbwegs stimmige Atmosphäre, können den Film gerade noch vor dem Untergang retten. 

(Bjoern Candidus)

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