DER FLUCH DES DRAGO ROBLES
(CURSE OF THE UNDEAD, USA, 1959, Regie: Edward Dein)
Ein Streit über die Grenzen eines Weidelandes ist zwischen dem Rancher Dr. Carter und dem Rancher Buffer ausgebrochen. Als Carter die Sache klären will, wird er auf seiner Fahr mit der Kutsche getötet. Seine Tochter Dolores und sein Sohn Tim glauben, Buffer würde hinter dem Mord stecken. Blind vor Wut will Tim Buffer erschießen, aber wird dabei selbst erschossen. Dolores sinnt nach Rache, und da tritt ein geheimnisvoller Cowboy auf den Plan, der Dolores anbietet, als Kopfgeldjäger einzuspringen. Doch Drake Robey, wie sein Name lautet, hat ein vampirisches Geheimnis.
Die Anzahl der Horror-Western ist bis heute sehr überschaubar geblieben, was ich persönlich schade finde. Umso erfreulicher ist es, dass es mit DER FLUCH DES DRAGO ROBLES einen sehr guten gibt. Edward Deins Regiearbeit erzählt eine interessante Vampirgeschichte, die er zusammen mit seiner Frau Mildred geschrieben hat.
Die erste Hälfte der Inszenierung lässt kaum vermuten, dass es sich um einen Horrorfilm handelt, sondern um einen x-beliebigen Schwarzweiß-Western, der ein typisches Thema zum Inhalt hat. Und so bekommt man auch ein paar obligatorische Schusswechsel in einem Saloon zusehen. Immer wieder taucht aber auch ein geheimnisvoller Cowboy auf seinem Pferd in der Gegend auf, der grimmig dreinschaut. Dabei handelt es sich um Michael Pate, der den Vampir Drake Robey spielt, der sich wenig später der nach Rache lechzenden Dolores vorstellt und sich als Auftragskiller anbietet, der Buffer aus dem Verkehr ziehen will. Dein liefert eine interessante Entstehungsgeschichte über den Vampir. Drake Robey tötete einst seinen Bruder, da dieser ihn mit seiner Frau betrogen hat. Da Robey mit dieser Schuld nicht leben konnte, wählte er den Freitod. Durch diese Sünde kam er als Vampir zurück. Statt Dolores (Kathleen Crowley) zu beißen, verliebt er sich in sie, was dem Prediger Dan (Eric Fleming) gar nicht passt, denn der wittert bereits, dass etwas mit Drake Robey nicht stimmt.
Michael Pate ist als Drake Robey gut gecastet. Einerseits präsentiert er sich als smarter Kopfgeldjäger, andererseits ist ein einsamer Vampir, der unter seinem Fluch leidet und sich gezwungen fühlt, Menschen aufgrund ihres Blutes zu töten. Auf Vampirzähne und Verwandlungen wird komplett verzichtet. Robey scheut das Kreuz und gibt an, das Tageslicht meiden zu müssen wegen überempfindlicher Augen, dennoch hält er sich in ihm auf, wenn er muss. Für den bekanntesten Vampir, Graf Dracula, war das Tageslicht (im Roman) auch kein Problem.
Zeichnete sich in der ersten Hälfte bereits eine dichte Atmosphäre ab, wird die in der zweite noch intensiver. Die Fotografie ist sehr gelungen, vor allem der Einsatz von Licht und Schatten hinterlässt einen starken Eindruck. Für einen 50er-Jahre-B-Film sieht Deins Film verdammt gut aus.
DER FLUCH DES DRAGO ROBLES bietet eine spannende, gut besetzte Vampir-Rache-Liebesgeschichte vor einer atmosphärischen Western-Kulisse. Ein wirklich schöner Film.
(Bjoern Candidus)