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Texas, Adios, 1966 – ★★★★½

DJANGO, DER RÄCHER
(TEXAS ADDIO, Italien, Spanien, 1966, Regie: Fernando Baldi)

Burt Sullivan hängt seinen Sheriffstern an den Nagel, um den Mann nach Texas zu überführen, der seinen und Bruder Jims Vater ermordet hat. Anfangs ist Burt nicht davon begeistert, dass ihn sein Bruder begleiten will, aber der setzt sich durch. Gemeinsam brechen sie auf nach Mexiko, um Cisco Delgado zu stellen. 

Fernando Baldi hat mit DJANGO, DER RÄCHER einen dicht erzählten, brutalen Italowestern gedreht, der hierzulande nach dem großen Erfolg von Corbuccis DJANGO (1966) erst ein Jahr später Premiere hatte. Den Namen Django trägt Franco Nero nur für den deutschen Titel und natürlich auch in der Synchronisation. Im Original ist es Burt Sullivan. Nero sieht hier mal wieder phantastisch aus und gibt sich absolut cool. Er ist kein eiskalter Killer, sondern ein ehemaliger Sheriff, der die Ermordung seines Vaters rächen will, und das mit seinem viel jüngeren Bruder Jim, der von Alberto Dell’Acqua verkörpert wird. Er funktioniert mit seiner Naivität als toller Kontrast zu Burt.

Nachdem sie die Grenze nach Mexiko überschritten haben, begegnet ihnen schon das erste Ekel mit Bürgermeister Miguel, der erst mal ein paar Diebe auf offener Straße erschießen lässt. Dargestellt wird Miguel von Livio Lorenzon, der wirklich fies spielt, aber eine durchaus interessante Entwicklung durchmacht. Und dann ist da noch der wunderbare Luigi Pistilli als Anwalt, der bereits selbst zum Gegenschlag gegen Burts und Jims Hauptziel ausholt: Cisco Delgado, der von José Suárez verkörpert wird, der nach außen hin den Saubermann gibt, aber ein brutales Schwein ist, was Menschen foltert und hinrichten lässt. Burt und Jim bekommen also einiges in Mexiko zu tun, und manches entwickelt sich ungeahnt, was DJANGO, DER RÄCHER zu einem spannenden Western macht. Baldi erzählt hier nicht nur eine packende Rache-Story, die es im Genre ohnehin zu Genüge gibt, sondern liefert auch starke Figuren. 

Visuell ist Baldis Film ebenfalls ein Hingucker, denn die wüste Naturkulisse von Almería ist hier besonders schön eingefangen. Zudem gibt es viele Schauplätze, die auch mal saftig grüne Wiesen und Bäume zeigen. Hinter der Kamera stand Enzo Barboni, der einen rundum schönen Film fotografiert hat. Doch man bekommt nicht nur die schöne Natur von Südspanien präsentiert, sondern auch brutale Schießereien, bei denen auch mal Blut fließt, was selten genug im Genre ist. Untermalt wird das Ganze von einem passenden Score von Antón García Abril, der Mann, der ein paar Jahre später den Reitenden Leichen seine Musik schenkte. 

Wer Rache-Western liebt, sollte DJANGO, DER RÄCHER gucken.

(Bjoern Candidus)

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