PROJEKT BRAINSTORM
(BRAINSTORM, USA, 1983, Regie: Douglas Trumbull)
Wie besessen arbeitet die Wissenschaftlerin Dr. Lillian Reynolds mit ihren beiden Kollegen, dem mittlerweile getrennt lebenden Ehepaar Brace, an einer Maschine, die die es ermöglicht, Gedanken, Emotionen und Erlebnisse aufzuzeichnen, zu visualisieren und auf andere Personen zu übertragen. Als die Drei endlich einen wichtigen Durchbruch verzeichnen können, meldet das Militär sein Interesse. Doch Dr. Reynolds und ihre Kollegen wollen mit allen Mitteln verhindern, dass ihr technischer Durchbruch militärisch missbraucht wird.
Regisseur und Special Effect-Künstler Douglas Trumbull (LAUTLOS IM WELTRAUM, 1972) hat mit PROJEKT BRAINSTORM einen spannenden Science-Fiction-Thriller gezaubert, der viel Charme einer 70er-Jahre-Produktion versprüht, aber mit den SFX der 80er auftrumpft. Bereits in der Titel-Sequenz werden einem bunte Computer-Effekte gezeigt, die auf der Höhe ihrer Zeit sind und einem den neusten Scifi-Reißer versprechen. Aber so ist es ganz und gar nicht. PROJEKT BRAINSTORM ist klar ein Science-Fiction Film, aber keine Space Opera, kein Actionfilm mit Raumschiffen und Außerirdischen, sondern ein Wissenschafts-Thriller, der sich mit einem Thema beschäftigt, was in Teilen heute bereits in einigen Wohnzimmern liegt und uns als VR-Brille bekannt ist. Zwischen dem Gerät, was hier zum Einsatz kommt und der bekannten VR-Brille, liegen dennoch Welten. Trumbull quält einen nicht groß mit technischen Erklärungen, sondern konzentriert sich vielmehr auf die Darstellung, in dem er z.B. das Bildformat ändert, wenn das Gerät zum Einsatz kommt. Auch die vielen Kamerablickwinkel und die übertragenen Erlebnisse von Person A zu Person B sind erstklassig. PROJEKT BRAINSTORM sieht von vorn bis hinten gut aus. Und damit die Inszenierung auch schön klingt, durfte James Horner den Score komponieren.
Mit Christopher Walken als Dr. Michael Anthony Brace hat man hier den perfekten Darsteller gefunden, um so ein Gerät auszuprobieren. Neben Walken, der sowieso immer gut ist, versammeln sich noch Natalie Wood als Karen Brace und die wundervolle Louise Fletcher als Dr. Lillian Reynolds. Die Drei ergeben ein absolut sympathisches Gespann, was ein weiteres Argument für Trumbulls Film ist.
Ab der Mitte, wenn sich immer mehr das Interesse des Militärs abzeichnet, benutzt Trumbull zwar bekannte Zutaten, um die Spannung zu erhöhen, dennoch bleibt er immer auf einer guten Bahn, um seine Inszenierung nicht in ein unnötiges Spektakel mit Action und Explosionen verkommen zu lassen. PROJEKT BRAINSTORM setzt mehr auf psychologische und moralische Aspekte, macht nebenbei ein paar Beziehungsprobleme auf und bedient sich dem Militär als Hauptproblem.
Ein schöner Film, doch das Ende stößt etwas auf.
(Bjoern Candidus)