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Doctor Butcher M.D., 1980 – ★★★½

ZOMBIES UNTER KANNIBALEN
(ZOMBI HOLOCAUST, Italien, 1980, Regie: Marino Girolami)

In einem New Yorker Krankenhaus werden immer wieder Leichenteile gestohlen. Ein Symbol, was an den Tatorten hinterlassen wird, führt zu einem Kannibalenstamm, der auf der Insel Kito beheimatet sein soll. Der FBI-Agent Dr. Peter Chandler sticht mit einem kleinen Team in See, um das Geheimnis von Kito zu lösen. Doch auf der indonesischen Insel lauern viele Gefahren. 

Mit ZOMBIES UNTER KANNIBALEN hat Enzo G. Castellaris Vater Marino Girolami gleich drei erfolgreiche Themen miteinander verbunden: den Kannibalenfilm, den Zombiefilm und den Abenteuerfilm. Marinos Mix startet in der Nacht in New York City wo eine mysteriöse Gestalt einer Leiche in der Pathologie eine Hand abschneidet. New York City kommt einem als Schauplatz direkt bekannt vor. Auch Fulcis Zombieklassiker WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES (1979) spielt zum Teil dort. Wie bei WOODOO führt auch ZOMBIES UNTER KANNIBALEN auf eine Insel. Das ist kein Zufall, denn sowohl Fulcis als auch Girolamis Film sind zur gleichen Zeit am gleichen Ort mit teilweise den gleichen Darstellern entstanden. Einziger Unterschied: bei Fulci heißt die Insel Matul, bei Girolami Kito. Und auf Kito darf man sich auf ein extrem blutiges Zusammentreffen zwischen den Forschenden (u.a. Ian McCulloch und Alexandra Delli Colli), einem hungrigen Kannibalenstamm und einer Horde Zombies freuen, die auf das Konto von Donald O’Brien als Mad Scientist Dr. O‘Brian gehen. Der führt auf Kito bizarre Gehirnoperationen an den Einheimischen durch, die danach zu Zombies werden. Donald O’Brien ist ein fähiger Typ, besonders, wenn es um Wahnsinnige geht, und die Arbeit, die er hier verrichtet ist ziemlich viehisch. Der ganze Film trieft vor Blut und Innereien. Die Effekte und Masken sind größtenteils solide gemacht und erfüllen stets ihren Zweck. Menschen werden aufgespießt, ausgeweidet, gefressen, skalpiert, so, dass sich der Gore-Freund wirklich nicht beklagen kann.   

Girolami hält aber nicht nur plakative Gore-Effekte bereit, sondern liefert eine teils dichte Atmosphäre, wenn man nicht gerade in Urlaubsstimmung gerät, die durch die schöne Insel zwangsläufig aufkommt. Die Kameraarbeit ist brauchbar, und der Score von Nico Fidenco ist erste Sahne, hat aber bereits teilweise in NACKT UNTER KANNIBALEN (1977) Verwendung gefunden.  

Nach dem düsteren Anfang braucht ZOMBIES UNTER KANNIBALEN etwas, um in Fahrt zu geraten, und bis es zur Insel Kito geht, hat Alexandra Delli Colli schon ein paar Mal die Hüllen fallen lassen. Girolami hat hier an alle Zutaten gedacht, um den Freund des Italo-Exploitation-Kinos zu befriedigen. Leider mangelt es deutlich an Spannung, aber dafür bekommt man Blut und Gekröse eimerweise, was ZOMBIES UNTER KANNIBALEN zu einem großen Spaß macht. 

(Bjoern Candidus)

←Crocodile, 1979 – ★★
Erotic Nights of the Living Dead, 1980 – ★★½→

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