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Erotic Nights of the Living Dead, 1980 – ★★½

DER GEWALT DER ZOMBIES
(LE NOTTI EROTICHE DEI MORTI VIVENTI, Italien, 1980, Regie: Joe D‘Amato)

Ein Geschäftsmann will auf der Katzeninsel eine Hotelanlage bauen lassen. Gemeinsam mit seiner Zimmernachbarin, die sich spontan für sein Bett entschieden hat und dem Skipper Larry geht es zur angeblich unbewohnten Katzeninsel, auf der es nicht mit rechten Dingen zugehen soll. 

Wer nicht unbedingt darauf erpicht ist, Mark Shannon minutenlang Vaginas lecken zu sehen oder sich unter der Dusche selbst oral befriedigen zu lassen, der sollte schon mal Abstand von der sogenannten „Erotik-Fassung“ nehmen. So spart man sich auch gut 10 Minuten, denn die „Horror-Fassung“ ist mit über 100 Minuten schon langweilig genug. Sex bekommt man in beiden Fassungen, nur eben auch wahlweise in Hardcore. Dafür bekommt man vom deutschen Titelversprechen herzlich wenig geliefert. In der ersten Hälfte sieht man einmal kurz einen der Zombies, die sich in Gänze erst im letzten Drittel zeigen, wenn sie am Strand der Katzeninsel hinter Palmen auftauchen. Bei allen Zombies, die kurz davor oder danach über die Kinoleinwand schlurften, sind diese hier wohl am erbärmlichsten gestaltet. Neben ein bisschen Make-up hat man den Statisten einfach nur Lumpen übergeworfen, die sie verrottet aussehen lassen sollen. Immerhin agieren sie genauso dumm, wie sie aussehen. Von einer Gewalt will hier kaum die Rede sein, und wenn das einzige Highlight George Eastman ist, der sich entspannt die Entkorkung einer Flasche Schampus mittels Vagina anguckt, während ein schönes Liedchen von Marcello Giombini den Raum beschallt, weiß man zumindest wo man ist: bei Joe D‘Amato. Das erkennt der D‘Amato-Fan sowieso direkt, schon wegen des Schauplatzes, denn IN DER GEWALT DER ZOMBIES ist ein weiter Teil seines Santa Domingo-Zyklus. Eine schöne Inselkulisse mit Sandstrand und Palmen ist einem also gewiss, und wenn es dann im letzten Drittel auch mal dunkel wird, keimt sogar ein Funken Horrorfilm-Atmosphäre auf. Doch der Weg dahin ist ein äußerst langweiliger, in dem in erster Linie Freunde von George Eastman und Laura Gemser angesprochen werden. Von Laura ist hier leider nicht viel zu erwarten. Sie ist mit ihrem Vater unterwegs oder verschwindet plötzlich spurlos. Auch George Eastman ist hier eher gesittet, sieht man von seinem harten Sexdrang ab, von dem man sich bereits in den ersten Minuten überzeugen kann. Von einer guten Story oder Spannung ist man ganz weit entfernt, dafür wird ein Penis abgebissen, was in diesem Kino fast zum Standart gehört.

Neun von zehn Menschen werden IN DER GEWALT DER ZOMBIES langweilig und billig finden, und sie hätten recht, doch die eine Person, die ihm zumindest etwas abgewinnen kann, ist D‘Amato-Fan, der dem sympathischen Italiener alles abkauft, was er liefert, bzw. geliefert hat. Im riesigen Œuvre von D‘Amato befindet sich IN DER GEWALT DER ZOMBIES gerade noch im Mittelfeld. 

(Bjoern Candidus)

←Doctor Butcher M.D., 1980 – ★★★½
Amazonia: The Catherine Miles Story, 1985 – ★★★½→

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